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Thiem erstmals seit März 2014 nicht mehr in den Top 100

03. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Nun ist es Gewissheit: Dominic Thiem hat wie befürchtet seinen Platz in den Top 100 des ATP-Rankings verloren. Erstmals seit 3. März 2014 wird der nun 28-jährige Niederösterreicher, der zwischenzeitlich schon auf Platz 3 gestanden war, nach seiner fast zehnmonatigen Verletzungspause am 9. Mai nicht mehr in diesem Kreis aufscheinen.

Damit ist gar kein Österreicher mehr in den Top 100 vertreten. Das hat es schon seit über 36 Jahren nicht mehr gegeben. Zuletzt war Thomas Muster am 28. April 1986 als bester Österreicher auf Platz 119 und damit außerhalb der hundert besten männlichen Tennis-Profis gelegen. Das war noch, ehe Musters Aufstieg bis auf Platz 1 begonnen hatte.

Danach waren neben seinen Erfolgen immer wieder Österreicher zumindest in diesem Kreis vorzufinden: Darunter Jürgen Melzer (8./beste Platzierung), Gilbert Schaller (17.), Horst Skoff (18.), Stefan Koubek (20.), Alexander Antonitsch (40.), Andreas Haider-Maurer (47.). Insgesamt 18 ÖTV-Herren, vor den Zeiten von Muster und Co. übrigens Peter Feigl (40./1979) und Hans Kary (54./1976), standen bisher in den Top 100.

Thiem fällt Madrid-Halbfinale aus der Wertung

Für Thiem, der ja über ein "protected ranking" (geschützte Platzierung) von Platz sechs zum Zeitpunkt der Verletzung im Juni 2021 verfügt, fallen 360 Zähler vom Madrid-Halbfinale im Vorjahr aus der Wertung. Er findet sich damit nur noch auf einem Platz um 160 wieder. Dies ist vorerst aber nur ein psychischer Faktor. Thiem wird sich noch einige Turniere mit diesem Status sowie wohl auch mit Wildcards dank seiner Erfolge (US-Open-Sieger 2020, insgesamt vierfacher Major-Finalist) den Gang in die Qualifikationen sparen. Allerdings blühen ihm natürlich schon ab Runde eins sehr starke Gegner, da er nicht gesetzt ist. Auch nicht beim Sandplatz-Grand-Slamturnier ab 22. Mai in Paris - dort, wo er vier Semifinali und zwei Finali zu Buche stehen hat.

ÖTV-Damen weit von Weltspitze entfernt 

Bei den Frauen hat Österreich nun schon seit über fünf Jahren keine Spielerin mehr in den Top 100. Die früher hoch gehandelte Barbara Haas hatte im Februar 2020 mit Rang 133 ihr bisher bestes Ranking erreicht und ist zuletzt von Verletzungen außerhalb die Top 250 gefallen. Hoffnung geschürt hat zuletzt Julia Grabher, die dank einer gestiegenen Formkurve vergangenen Februar mit Platz 148 ihre bisherige Bestmarke geliefert hat. Die "goldenen" Zeiten à la Barbara Schett (Ex-Nummer 7), Barbara Paulus (10.), Judith Wiesner (12.), Sybille Bammer (19.), Tamira Paszek (26.) oder Sylvia Plischke (27.) sind lange vorbei.

Quelle: Agenturen / mpa