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Djokovic will mit bald 39 den elften Melbourne-Triumph

Heute, 12:16 · Lesedauer 3 min

Mit diesem Finale hatte niemand gerechnet: Der bald 39-jährige Novak Djokovic nutzte seinen günstigen Turnierverlauf, sein großes Kämpferherz und schaltete im Halbfinale Topfavorit Jannik Sinner in fünf Sets aus. Nun möchte die Tennis-Legende am Sonntag (9.30 Uhr/live ServusTV) gegen Carlos Alcaraz den 25. Coup bei einem Major schaffen, den elften in Melbourne und sich so nebenbei auch zum ältesten Grand-Slam-Sieger überhaupt küren. Auch Alcaraz will Geschichte schreiben.

Denn der Spanier könnte sich mit 22 Jahren und 272 Tagen zum jüngsten Tennisprofi aller Zeiten küren, der den Karriere-Grand-Slam, also den Sieg bei allen vier Majors, perfekt macht. Auch Alcaraz musste im Semifinale gegen den Deutschen Alexander Zverev über die volle Distanz gehen und hatte dabei auch mit Krämpfen zu kämpfen. Er brauchte 5:27 Stunden für den Sieg, der "Djoker" etwas über vier Stunden.

Im Endspiel kämpft Alcaraz nicht nur gegen den Nimbus von Djokovic als 24-facher Major-Sieger - der "Altstar", der dieses Wort übrigens gar nicht mag, hatte alle seine zehn bisherigen Finali auf dem blauen Court im Melbourne Park gewonnen. Eines davon war 2020, als er gegen Dominic Thiem schon 1:2-Sätze zurückgelegen war. Auch gegen Alcaraz kommt es nun wieder zum Generationenduell, ein Aufeinandertreffen, das es bisher neun Mal gegeben hat - Djokovic führt mit 5:4. Vor einem Jahr setzte sich der Serbe, der im Ranking wieder auf Platz drei vorstoßen wird, im Viertelfinale gegen "Carlitos" in vier Sets durch, das bisher letzte Duell hatte Alcaraz im US-Open-Halbfinale klar gewonnen.

"In der Vorbereitung habe ich mir ausgemalt, in diesem Jahr gegen Jannik und Carlos in den entscheidenden Runden bei den Grand Slams zu spielen, es auszufechten und alles zu geben, was ich habe", sagte Djokovic in Melbourne. "Ich bin froh, dass mir das gleich beim ersten Grand Slam des Jahres gelingt." Zu spüren war auch große Genugtuung, es seinen Kritikern wieder einmal gezeigt zu haben. "Ich sehe so viele Experten, die auf einmal wollen, dass ich aufhöre oder die mich schon mehrmals abgeschrieben haben in den vergangenen Jahren", sagte Djokovic nach seinem Triumph gegen Sinner am frühen Samstagmorgen. "Ich möchte diesen Leuten danken, weil sie mir die Kraft gegeben haben. Sie haben mir die Motivation gegeben, sie vom Gegenteil zu überzeugen."

Djokovic leidet schon lange darunter, dass er in der Beliebtheitsskala unter den Spielern nie ganz oben stand. Ob es in der Zeit noch mit Roger Federer und Rafael Nadal war oder ob es jetzt mit Sinner und Alcaraz ist. Als der Serbe vor dem Halbfinale gefragt wurde, ob er nach der Rivalität mit Federer und Nadal nun Sinner und Alcaraz jagen würde, brach es aus ihm heraus. Er finde es "ein wenig respektlos", dass die Zeit dazwischen einfach ignoriert werde. "Es gab wohl eine etwa 15-jährige Phase dazwischen, in der ich die Grand Slams dominiert habe. Ehrlich gesagt habe ich nicht das Gefühl, dass ich hinterherjage."

Alcaraz zieht Melbourne 2026 allen Slams vor

Doch auch Alcaraz, der bei seinen fünften Australian Open erstmals nicht nur das Finale, sondern auch das Semifinale erreicht hatte, zieht einen Triumph beim "Happy Slam" dieses Jahr allen anderen Erfolgen vor. Müsste er sich entscheiden zwischen dem Triumph in Melbourne und Siegen bei all den anderen drei Grand-Slam-Turnieren in diesem Jahr, war seine Antwort darauf klar: "Ich würde mich für diesen hier entscheiden." Der 16 Jahre jüngere Spanier ist jedenfalls der Favorit.

Zusammenfassung
  • Novak Djokovic steht mit fast 39 Jahren nach einem Fünfsatzsieg gegen Jannik Sinner im Finale der Australian Open und könnte mit einem elften Melbourne-Titel sowie dem 25. Major-Gewinn zum ältesten Grand-Slam-Sieger werden.
  • Im Endspiel trifft Djokovic am Sonntag auf den 22-jährigen Carlos Alcaraz, der nach einem 5:27-Stunden-Sieg gegen Alexander Zverev als jüngster Spieler den Karriere-Grand-Slam vollenden könnte.
  • Das Generationenduell ist das zehnte Aufeinandertreffen der beiden, wobei Djokovic mit 5:4 Siegen führt und alle seine bisherigen zehn Melbourne-Finali gewonnen hat.