APA - Austria Presse Agentur

Deutsche Bundesligavereine setzen auf Rückkehrer

12. Mai 2020 · Lesedauer 4 min

Eigentlich wäre die 57. Saison der deutschen Fußball-Bundesliga am Samstag beendet worden. Nun steht beim Anpfiff zum Corona-Spielbetrieb ohne Zuschauer erst die 26. Runde an. Was dazu führt, dass prominente Leistungsträger wie Robert Lewandowski, Marco Reus, Kevin Volland oder Kevin Kampl, die sich vor dem Zwangsstopp Mitte März verletzt hatten, noch zu einem entscheidenden Faktor werden könnten.

Eigentlich wäre die 57. Saison der deutschen Fußball-Bundesliga am Samstag beendet worden. Nun steht beim Anpfiff zum Corona-Spielbetrieb ohne Zuschauer erst die 26. Runde an. Was dazu führt, dass prominente Leistungsträger wie Robert Lewandowski, Marco Reus, Kevin Volland oder Kevin Kampl, die sich vor dem Zwangsstopp Mitte März verletzt hatten, noch zu einem entscheidenden Faktor werden könnten.

Bei fast allen Clubs setzen die Trainer auf Rückkehrer, gerade auch beim FC Bayern. Die größte Titelhoffnung beim Tabellenführer aus München heißt Robert Lewandowski. Der 31-jährige Pole führt mit 25 Treffern die Schützenliste vor Timo Werner (21) von RB Leipzig an. "Lewy ist topfit", berichtete Trainer Hansi Flick vor dem Start in die Vorbereitung auf den Neustart am Sonntag beim 1. FC Union Berlin.

Diese Partie hätte der beste Stürmer der Liga ohne Corona ebenso wie das anschließende Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt wegen des Ende Februar im Champions-League-Spiel gegen Chelsea erlittenen Bruchs der Schienbeinkante am Knie sicher verpasst. Auch mit dem damals erhofften Comeback im Topspiel gegen Borussia Dortmund, das am 4. April angesetzt war, wäre es für Lewandowski eng geworden.

Jetzt kann sich der Ex-Dortmunder sogar gegen Union und Frankfurt warmschießen für den Titel-Gipfel Ende des Monats beim BVB. Kingsley Coman (Muskelverletzung) ist bei den Bayern ebenfalls wieder fit. Und Ivan Perisic hat nach seinem Knöchelbruch am Fuß auch wieder mit dem Teamtraining angefangen. Flick erhält damit mehrere wichtige Offensiv-Optionen für den Ligaendspurt, zumal Philippe Coutinho und Corentin Tolisso nach Operationen aktuell ausfallen. Der Bayern-Coach hofft zumindest beim vom FC Barcelona ausgeliehenen Brasilianer Coutinho, dass dieser "in den letzten Saisonspielen" noch mal eingreifen kann.

BVB-Trainer Lucien Favre wartet weiter sehnsüchtig auf seinen Kapitän. Reus wird nach seiner Muskelverletzung, die er beim Dortmunder Pokal-K.o. in Bremen Anfang Februar erlitten hatte, im Revierderby gegen den FC Schalke 04 weiterhin fehlen. "Ich hoffe, dass ich der Mannschaft bald wieder helfen kann", sagte der 30-Jährige. Immerhin steht der kampfstarke Thomas Delaney beim BVB nach einer halbjährigen Spielpause wieder in den Startlöchern. Das trifft bei Derby-Gegner Schalke sogar auf mehrere wichtige Akteure wie Suat Serdar oder Omar Mascerell zu. Sogar Abwehrhüne Salif Sane steht nach schwerer Knieblessur wieder auf dem Trainingsplatz.

Es gibt etliche Akteure, deren Verletzungen ohne Corona-Pause das Saison-Aus bedeutet hätten. Bayer Leverkusen darf im heißen Fünfkampf um die vier Champions-League-Startplätze doch noch einmal auf Tore von Stürmer Kevin Volland (Syndesmosebandriss) hoffen. Oder RB Leipzig auf die Rückkehr von Willi Orban in die Abwehr nach einer langwierigen Knieverletzung. "Wenn man so will, hat mir die Pause sportlich ein bisschen in die Karten gespielt", bemerkte Leipzigs Kapitän. Die Teamkollegen Kampl und Ibrahima Konate stehen nach monatelangen Pausen ebenfalls vor den ersten Einsätzen in diesem Jahr.

Im Abstiegskampf braucht Werder Bremen Ömer Toprak ganz dringend. Bei dem Abwehrroutinier ist nach einer Fußverletzung aber "noch ein bisschen Geduld" gefragt, sagte Werders Sportchef Frank Baumann.

Manche Comeback-Hoffnung hat sich trotz des Zeitgewinns zerschlagen, etwa die der Gladbacher bei Denis Zakaria. Der Leistungsträger musste sich nun doch einer Knie-Operation unterziehen. Mit den Rückkehrern werden die Trainer aber auch besonders vorsichtig umgehen müssen. Die Wettkampfpause war oft deutlich länger als die zwei Monate bei den gesunden Teamkollegen.

"Das Verletzungsrisiko wird größer", mahnte Gladbachs Manager Max Eberl angesichts des eng getakteten Spielplans bis Ende Juni. "Diese Woche ist dafür da, um wieder das Eins gegen Eins und Zweikämpfe anzunehmen", berichtete Flick zu Akteuren wie Lewandowski oder Coman. Jeder Spieler muss individuell betrachtet werden. "Einer braucht länger, beim anderen geht es schneller", sagte der Bayern-Coach.

Eine Regeländerung könnte den Trainern helfen, Asse wie Reus, Kampl, Serdar oder Volland mit dosierten Einsätzen heranzuführen. Auf der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag werden die Proficlubs auch über eine Erhöhung des Auswechselkontingents von drei auf fünf Spieler bei der Saisonfortsetzung entscheiden.

Quelle: Agenturen