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Bundesliga-Finale mit engem Kampf um Europacupplätze

20. Mai 2022 · Lesedauer 4 min

Zum Abschluss der Meistergruppe der Fußball-Bundesliga steht am Samstag (17.00 Uhr) der Kampf um die verbliebenen Europacupplätze im Fokus. Besonders begehrt ist der fix in eine Gruppenphase führende dritte Tabellenlatz, den die Wiener Austria zuhause gegen Vizemeister Sturm Graz verteidigt. Einen Punkt dahinter lauern Rapid Wien und der WAC, die ein direktes Duell bestreiten. Red Bull Salzburg kann sich im Heimspiel gegen Austria Klagenfurt auf die Meisterfeier fokussieren.

Auf die Wiener Austria wartet gegen Sturm ein wahres Millionenspiel. Gelingt es, Platz drei zu halten, sind dem finanziell angeschlagenen Club Millioneneinnahmen aus einer Europacup-Gruppenphase sicher - entweder in der Europa League oder bei einer Niederlage im Play-off in der Conference League. Trainer Manfred Schmid war im Vorfeld optimistisch: "Ich glaube, dass wir mit dieser Situation ganz gut umgehen können." So richtig schiefgehen kann die Sache für die Austria ohnehin nicht. Schlechtestenfalls kann es bei einer Niederlage Platz vier werden. Denn sollte bei Punktegleichheit von Austria, Rapid und dem WAC die Dreiertabelle entscheiden müssen, hätte man die Nase noch immer vor den Kärntnern.

Noch einmal beweisen will sich der Gegner, der schon seit drei Wochen als Vizemeister feststeht und etwas gutzumachen hat. Das jüngste 1:4 gegen den WAC geriet für die Grazer vor dem feierwilligen Heimpublikum zur herben Enttäuschung. Demnach macht sich auch Schmid keine Hoffnungen, dass die Blackys in Urlaubsstimmung am Verteilerkreis auftauchen. "Dass sie das letzte Spiel so verloren haben, ist nicht unbedingt positiv für uns. Es wird nicht leichter für uns werden", prophezeite er. Sein Sturm-Pendant Christian Ilzer konnte das nur unterstreichen. "Wir haben am Samstag nochmals die Chance, das echte Sturm-Graz-Gesicht zu zeigen. Diese Chance wollen wir nützen und uns mit einer Topleistung aus einer für uns mehr als erfolgreichen Saison verabschieden", meinte der Steirer.

Der WAC und Rapid kämpfen im Parallelspiel nicht nur um die Möglichkeit, im Fall eines Ausrutschers der Austria noch auf Platz drei vorzurücken. Es geht auch gegen eine unfreiwillige Saisonverlängerung. Auf den Verlierer dieser Partie warten nämlich als Fünfter in der Abschlusstabelle ein Hin- und Rückspiel gegen den Play-off-Sieger aus der Qualifikationsgruppe um einen Europacup-Platz, bei einem Remis würde die Wolfsberger dieses Schicksal treffen. Für Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer ist daher Platz vier das "Mindestziel", so Feldhofer vor dem Duell mit seinem Ex-Verein. Rapids Personalsituation verbessert sich durch die Rückkehr der zuletzt gesperrten Maximilian Hofmann, Bernhard Zimmermann und Niklas Hedl.

Beim WAC ist die Lage ziemlich klar: Es zählt nur ein Sieg, will man das ligainterne Europacup-Play-off vermeiden. Trainer Robin Dutt sprach von einer Partie mit "klassischem Endspiel-Charakter. Alles liegt auf dem Tisch. Wir brauchen eine gute Leistung wie in der letzten Woche", sagte Dutt mit Verweis auf das 4:1 bei Sturm. Seine Mannschaft startete mit fünf Niederlagen in die Meistergruppe, holte aber aus den jüngsten vier Runden sieben Punkte. "Wir sind immer ruhig geblieben und haben an unsere Stärken geglaubt", berichtete Dutt.

Ganz andere "Probleme" hat Red Bull Salzburg vor der Heimpartie gegen Austria Klagenfurt am Ende einer neuerlich mit dem Double gekrönten Saison. Unmittelbar nach dem Spiel erhält Kapitän Andreas Ulmer den 11,5 Kilogramm schweren und im Durchmesser 65 Zentimeter großen Meisterteller überreicht. Bei der anschließenden Meisterfeier vor dem Casino im Schloss Kleßheim soll die neunte Meisterschaft in Serie mit über 1.000 Litern Freibier zelebriert werden. Davor sind aber noch drei Punkte gegen die Klagenfurter eingeplant - in diesem Fall wäre im 32. Spiel der 26. Dreier eingefahren und der Siegrekord der Wiener Austria von 1985/86 eingestellt. Damals wurden allerdings 36 Runden absolviert.

Trainer Matthias Jaissle sprach in diesem Zusammenhang von "Kleinigkeiten, die noch eine Rolle spielen, um unsere Spieler ein wenig zusätzlich zu motivieren", und von "Randnotizen, die letztendlich die Folge davon sind, wenn wir am Wochenende regelmäßig das ganze Jahr über performen". Letztlich gehe es aber darum, gegen Austria Klagenfurt als Sieger vom Platz zu gehen.

Trotz der allgemeinen Feierstimmung denkt Klagenfurt-Coach Peter Pacult nicht daran, Gastgeschenke mitzubringen. "Es ist verdient, dass die Salzburger feiern, das gehört sich auch. Aber wir kommen nicht zum Spalier. Ich habe meine Mannschaft schon davor gewarnt, locker zu lassen. Wir haben noch ein Pflichtspiel, in dem es um Punkte geht", meinte der Wiener. In der Tabelle gibt es aber nichts mehr zu holen. Der Aufsteiger aus Kärnten steht schon vor der letzten Runde als Sechster und Letzter der Meistergruppe fest, die letzte Europacup-Chance wurde mit dem Heim-1:2 gegen die Austria vergeben.

Quelle: Agenturen