APA - Austria Presse Agentur

Biathletin Hauser mit historischer WM-Silbermedaille

14. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Lisa Hauser hat am Sonntag mit Silber in der Verfolgung von Pokljuka die erst zweite österreichische WM-Medaille im Frauen-Biathlon geholt. 37 Jahre nach Andrea Grossegger im Sprint von Chamonix musste sich die Tirolerin nur der Norwegerin Tiril Eckhoff geschlagen geben, die auch schon den Sprint gewonnen hatte. Hauser stürmte von Startplatz neun aus mit einer Strafrunde auf Rang zwei (+17,3 Sek.). Bronze ging an die Französin Anais Chevalier-Bouchet (+33,0).

Weltcupspitzenreiterin Eckhoff war mit zwei Strafrunden für Hauser nicht zu biegen, Chevalier-Bouchet ließ sie auf der Schlussrunde aber locker stehen. "Ich bin zur Zeit einfach gut drauf, das habe ich heute ausgespielt, auch auf der Schlussrunde. Es ist einfach so unglaublich schön", sagte Hauser unter Tränen im ORF-Interview. Silber mit der ÖSV-Mixed-Staffel zum WM-Auftakt sei schon unfassbar gewesen, die Einzelmedaille nun die erträumte Draufgabe. "Es wird einfach noch besser und noch schöner", so die 27-Jährige aus Reith bei Kitzbühel, die im Jänner ihre ersten fünf Weltcup-Podestplätze geholt hatte.

Sie habe in der Schlussphase zunächst gar nicht genau gewusst, an welcher Position sie sich befand. "Ich habe es erst auf der Anzeigetafel gecheckt, dass ich auf drei bin. Da habe ich mir gedacht, ich muss attackieren. Es ist einfach so gut gegangen", schilderte Hauser, der gleich zu Beginn ein Schießfehler unterlaufen war. In den drei folgenden Anschlägen blieb sie aber fehlerfrei und schob sich unter die besten sechs. Beim entscheidenden Stehendschießen war sie auch noch schnell, ging dadurch als Dritte in die Schlussrunde, auf der sie Chevalier-Bouchet schließlich noch überholte.

Ihre nächste Chance hat Hauser nun am Dienstag im Einzel über 15 km. Vor drei Wochen in Antholz hatte sie in dieser Disziplin ihren ersten Weltcupsieg gefeiert. Dunja Zdouc verbesserte sich in der WM-Verfolgung ohne Schießfehler von Platz 38 auf Rang elf. Katharina Innerhofer wurde 37.

Bei den Männern sicherte sich der Franzose Emilien Jacquelin wie im Vorjahr den Verfolgungstitel. Der 25-Jährige gewann von Startposition drei aus mit rekordverdächtiger Schießgeschwindigkeit ohne Fehler 7,3 Sekunden vor dem Schweden Sebastian Samuelsson. Bronze ging an Johannes Thingnes Bö aus Norwegen (+ 8,1 Sek.). Simon Eder verbesserte mit einer Strafrunde vom 16. auf den neunten Rang.

"Mit dem Ergebnis bin ich voll zufrieden, das taugt mir natürlich, aber die Medaillen waren zu weit weg, dafür waren vorne zu viele gute Schützen", sagte Eder und gab an, leichte muskuläre Probleme gehabt zu haben. Mit dem guten Ergebnis sicherte er sich aber vorzeitig als vorerst einziger Österreicher einen Startplatz im abschließenden Massenstart. Davor steht am Mittwoch auch noch das 20-km-Rennen auf dem Programm. Eders Teamkollegen David Komatz (24./1 Strafrunde) und Felix Leitner (45./5) landeten in der Verfolgung nicht im Spitzenfeld.

Quelle: Agenturen