APA - Austria Presse Agentur

Bernadette Schilds Neustart soll schon in Sölden gelingen

06. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Bernadette Schilds erstes Saisonziel im Corona-Winter sind die Slaloms in Levi. Voraussichtlich wird die Salzburgerin aber schon nächste Woche im Sölden-Riesentorlauf ihr Renn-Comeback geben. Und damit dort, wo sie sich vor einem Jahr im zweiten Durchgang das Kreuzband im rechten Knie gerissen hat. Für Schild ist das kein Grund, nicht anzutreten. Vielmehr startet sie als mittlerweile 30-Jährige mit der Hoffnung in ihre zweite Ski-Karriere, dass das Beste noch kommen möge.

Man würde es der "kleinen" Schild wahrlich vergönnen. Denn in den Saisonen vor ihrer Verletzung musste die Schwester der zweifachen Slalom-Weltmeisterin Marlies Raich bittere Pillen schlucken. Mehrmals carvte sie knapp am ersten Weltcupsieg vorbei, 2018 warf sie in Korea mit einem kuriosen Blackout eine Olympiamedaille weg. Und dann passierte am Nationalfeiertag 2019 auch noch ihre erste schwere Verletzung.

Schon im Rettungs-Helikopter war aber klar, dass Aufgeben kein Thema ist. Vielmehr nutzte Schild den unerwarteten Corona-Lockdown, um sich besonders gründlich auf die Rückkehr vorzubereiten. Erst im Juni dieses Jahres ging es wieder auf Schnee, seit Juli fährt sie wieder durch Tore. Slalom und Riesentorlauf zu gleichen Teilen. Heute vergisst Schild manchmal, dass sie überhaupt verletzt gewesen ist und holt zudem die Erinnerung hervor, dass sie vor einem Jahr beste Österreicherin gewesen war, ehe der Verletzungsteufel zuschlug.

"Ich hätte nie erwartet, dass es wieder so gut wird und ich wieder Ski fahren kann, ohne an die Verletzung zu denken", gab sich Schild knapp zwei Wochen vor dem Saisonauftakt am Rettenbachgletscher zuversichtlich. "Das Knie ist tipptopp, mir geht es sehr gut", sagt Schild und geht davon aus, "dass ich in Sölden starte, wenn das Gefühl passt". Auch seelisch ist die Salzburgerin im Hoch. "Weil ich endlich wieder Skifahren darf. Und weil ich nach der langen Pause vom ersten Skitag an ein gutes Gefühl gehabt habe."

Dass Anspannung und Druck nun jedem Tag zum Rennen hin steigen, sei logisch. "Deshalb bin ich bin froh, dass ich noch fast zwei Wochen habe."

Den Corona-Lockdown hat Schild gut überstanden, auch wenn sie einen Südafrika-Urlaub abbrechen musste und die ganz große 30er-Feier ins Wasser fiel. Aus ihrem vollgeschriebenen Kalender konnte sie bis auf die ärztlichen Kontrollen alle Termine streichen. "Es war außergewöhnlich, plötzlich so viel Zeit zu haben." Auch mit ihrem Mann sei sie zuvor noch nie so viel ununterbrochen zusammen gewesen. "Alles ist aber gut gegangen", versicherte die seit 2016 verheiratete Schild schmunzelnd.

Quelle: Agenturen