APA - Austria Presse Agentur

Bayern greift nach dem zehnten Meistertitel in Folge

10. Aug 2021 · Lesedauer 4 min

Wenn die deutsche Fußball-Bundesliga am Freitag in ihre 59. Saison startet, ist die Ausgangslage im Titelkampf wieder einmal klar abgesteckt: Titelverteidiger FC Bayern München ist der Meisterschaftsfavorit, dahinter rechnen sich Clubs wie Vizemeister RB Leipzig und Borussia Dortmund Außenseiterchancen aus. Titelmission Nummer 32 beginnt für die Bayern mit ihrem neuen Trainer Julian Nagelsmann am Freitagabend (20.30 Uhr) mit einem Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach.

Zum Saisonauftakt steht damit auch gleich der Vorarlberger Adi Hütter im Mittelpunkt, der nach drei Jahren bei Eintracht Frankfurt nun in Gladbach als Cheftrainer Regie führt und dort auf Stefan Lainer und Hannes Wolf - zwei von 26 Österreichern im deutschen Oberhaus - bauen kann. Die Top-5-Vereine der abgelaufenen Saison gehen übrigens allesamt mit neuen Coaches in die neue Spielzeit. Die Leipziger, die Nagelsmann an die Bayern verloren, versuchen mit Salzburgs Meistertrainer Jesse Marsch ihr Glück. Dortmund vertraut ebenfalls auf einen Ex-Salzburger, nämlich Marco Rose, der von Gladbach kam. Bei Wolfsburg hat nun der ehemalige Bayern-Star Mark van Bommel sportlich das Sagen, da Oliver Glasner nach Frankfurt wechselte und dort Hütter ersetzt.

Nagelsmann startet in München mit der Saison 1 nach David Alaba, der ÖFB-Teamspieler hatte ja nach zwölf Jahren die Bayern Richtung Real Madrid verlassen. Vom 34-jährigen Coach wird nicht weniger als die Meisterschaft, es wäre die zehnte in Folge, sowie die Rückeroberung des DFB-Pokals erwartet. "Du musst das erste Spiel in Gladbach gewinnen. Dann sind die Fans auch wohlgesonnen", erklärte Nagelsmann im Bayerischen Rundfunk.

Groß am Transfermarkt zugeschlagen hat der deutsche Rekordmeister mit Ausnahme von Verteidiger Dayot Upamecano (für 42,5 Mio. Euro von Leipzig) bisher nicht. Durch die Coronakrise sitzt das Geld allerdings auch nicht mehr so locker. Nagelsmann setzt unter anderem auf Rekordstürmer Robert Lewandowski, der in der Vorsaison 41 Mal netzte.

Als erster Bayern-Herausforderer sieht sich Leipzig. Neo-Coach Marsch meinte kürzlich: "Ich finde, wir haben den vielleicht qualitativ breitesten Kader der Liga. Im Grunde genommen könnten wir zwei Bundesliga-Mannschaften stellen. Wenn es uns gelingt, dieses Potenzial komplett zu entfalten, dann können wir zusammen viel Spaß haben." Der vor der Saison aus Salzburg gekommene US-Amerikaner kann auf die Dienste der ÖFB-Legionäre Konrad Laimer und Marcel Sabitzer zurückgreifen.

Um RB-Kapitän Sabitzer, der nur mehr ein Jahr Vertrag in Leipzig hat, kursieren jedoch Wechsel-Spekulationen. Zum Liga-Auftakt wartet am Samstag ein Gastspiel in Mainz, wo mit Karim Onisiwo, Kevin Stöger und David Nemeth drei Österreicher unter Vertrag stehen. Gleich vier Österreicher hat Arminia Bielefeld im Kader - Manuel Prietl, Christian Gebauer, Alessandro Schöpf und die jüngste Neuerwerbung Patrick Wimmer. Je drei sind es bei der TSG Hoffenheim (Stefan Posch, Christoph Baumgartner, Florian Grillitsch) und beim 1. FC Köln (Florian Kainz, Louis Schaub, Dejan Ljubicic).

Der letzte Nicht-Bayern-Meister war der BVB 2012. Neo-Coach Rose soll den amtierenden Pokalsieger wieder zu neuen Höhen führen, nämlich zum neunten Meistertitel. Fehlen wird Rose zwar der englische Offensivstar Jaden Sancho, dafür soll Torgarant Erling Haaland gehalten werden. Dortmunds Auftaktgegner ist Frankfurt, die Eintracht mit Coach Glasner und den österreichischen Nationalspielern Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker legte im DFB-Pokal einen Fehlstart hin (0:2 bei Drittligist Waldhof Mannheim, Hinteregger flog vom Platz).

Wolfsburg startet unter Van Bommel und mit den Österreich-Exporten Pavao Pervan (Tor) und Xaver Schlager im Kader gegen Aufsteiger VfL Bochum in die neue Saison. Der zweite Aufsteiger, Greuther Fürth, gastiert beim VfB in Stuttgart, wo ÖFB-Stürmer Sasa Kalajdzic nach seinen 16 Bundesligatreffern im Vorjahr im Fokus steht. Zuletzt hatte der 24-Jährige mit einem positiven Coronatest für Schlagzeilen gesorgt, ebenso wie der Mainzer Onisiwo. Corona wird somit - nicht zuletzt auch wegen der Zuschauer-Debatte - in der Bundesliga ein Dauerthema bleiben.

Quelle: Agenturen