APA - Austria Presse Agentur

Bayern dank Gnabry, Arbeit und ein bisschen Glück im Finale

20. Aug 2020 · Lesedauer 3 min

Auch mit "ein bisschen Glück" haben sich David Alaba und die Bayern am Mittwoch ins Finale der Fußball-Champions-League gespielt. Fünf Tage nach der leichtfüßigen 8:2-Gala gegen den FC Barcelona waren die Münchner beim 3:0 über Olympique Lyon ganz anders gefordert, erst Doppelpacker Serge Gnabry brachte die Dominanz zurück. "Wir haben in keiner Sekunde an uns gezweifelt", meinte Alaba freilich.

Auch mit "ein bisschen Glück" haben sich David Alaba und die Bayern am Mittwoch ins Finale der Fußball-Champions-League gespielt. Fünf Tage nach der leichtfüßigen 8:2-Gala gegen den FC Barcelona waren die Münchner beim 3:0 über Olympique Lyon ganz anders gefordert, erst Doppelpacker Serge Gnabry brachte die Dominanz zurück. "Wir haben in keiner Sekunde an uns gezweifelt", meinte Alaba freilich.

Der Lohn für die Münchner "Maschine", die gegen den Überraschungshalbfinalisten das 20. Pflichtspiel in Folge gewann, ist nun das erste CL-Finale seit dem fünften und bisher letzten Triumph 2013. Am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF/Sky/DAZN) wartet im Estadio da Luz von Lissabon der erstmalige Endspielteilnehmer Paris Saint-Germain um seine Superstars Neymar und Kylian Mbappe.

Bei den Bayern glänzte am Mittwoch vor allem Serge Gnabry. Der deutsche Teamspieler brach mit seinen beiden Treffern (18., 33.) nach einer mühsamen und durchaus gefährlichen Anfangsphase den Bann. "Gerade in den ersten Minuten haben wir das Ganze mit Glück überstanden", sagte Trainer Hansi Flick. "Letztendlich war die Einzelleistung von Serge Gnabry eine Beruhigung im Spiel. Das hat uns die Sicherheit gegeben." Gnabry selbst gestand, dass man zu Beginn "auch ein bisschen Glück" gehabt habe. "Sie waren sehr aggressiv, man hat gemerkt, dass sie gewinnen wollen. Einmal hat Manu (Neuer, Anm. d. Red.) gut gehalten, einmal hatten wir Glück."

Beim 1:0 erinnerte Gnabry an die legendäre Bewegung seines niederländischen Vorgängers Arjen Robben, der jahrelang mit dem Ball vom rechten Flügel nach innen zog und den Ball dann mit links in den Winkel zirkelte. Gnabry imitierte das auf seine Art, dynamisch, zielstrebig, kraftvoll. "Das 1:0 war absolut herausragend, wie er es abgeschlossen hat und wie er es selbst vorbereitet hat. Serge hat einfach einen enorm guten Schuss mit beiden Füßen", kommentierte Flick.

Der Coach ist vom 25-Jährigen vollends überzeugt. "Man muss sagen, dass er schon nahe an einem Weltklassespieler ist. Er hat enorme Qualitäten", erklärte Flick - und stachelte den Lyon-Bezwinger gleich wieder an: "Ich bin der Überzeugung, dass er noch lange nicht am Ende ist." Im Endspiel werden die Augen nun besonders auf ihn gerichtet sein. "Gnabry wird eine der großen Bedrohungen für PSG sein", schrieb am Donnerstag Frankreichs Sportzeitung "L'Equipe".

Weniger begeistert zeigte sich Flick von einigen Defensivaktionen seine Truppe. "Wir haben viele Ballverluste gehabt, die wir abstellen müssen. Klar ist es so, dass wir die Räume hinter der Abwehr nicht so gut verteidigt haben, wie wir das kennen", befand der 55-Jährige. Ähnlich äußerte sich Alaba. "Wir wussten im Vorhinein, dass es kein einfaches Spiel ist, dass Lyon eine Mentalität auf den Platz bringt, die nicht immer sehr angenehm ist", meinte der Innenverteidiger, der gegen die Offensivkräfte Memphis Depay und Karl Toko Ekambi mehrmals gefordert war. "Wir spielen ein Spiel mit hohem Risiko. Wir stehen sehr hoch. Immer jeden Ball zu verteidigen, ist nicht einfach", bemerkte der Wiener. Gezweifelt habe er am Sieg aber nie: "Wir sind sehr selbstbewusst, so treten wir dann auch auf."

Bayern dürfte jedenfalls "froh sein, uns als haushoher Favorit bezwungen zu haben", meinte Lyon-Coach Rudi Garcia, "sie waren nicht unschlagbar". OL-Sportdirektor Juninho weinte den vergebenen Möglichkeiten Depays und Toko Ekambis zu Beginn nach. "Wir wussten, dass wir gegen ein besseres Team spielen und haben uns an den Matchplan gehalten. Aber um eine solche Mannschaft zu schlagen, musst du treffen, wenn du die Möglichkeiten hast", erklärte der ehemalige brasilianische Teamspieler.

Quelle: Agenturen