APA - Austria Presse Agentur

Bayern brauchen Titel nur noch "nach Hause fahren"

Juni 14, 2020 · Lesedauer 3 min

Die wichtigsten Entscheidungen in der deutschen Fußball-Bundesliga sind aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Spitzenreiter Bayern München mühte sich zwar am Samstag wie Borussia Dortmund zu einem etwas glücklichen Sieg, wirkte dabei gegen einen stärkeren Gegner doch souveräner. Am Dienstag in Bremen "wollen wir das Ding natürlich nach Hause fahren", sagte Mittelfeldspieler Leon Goretzka.

Der 25-Jährige erzielte in der Allianz Arena in der 86. Minute das entscheidende 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach. Weil auch Dortmund gewann, dank eines Last-Minute-Treffers von Erling Haaland 1:0 bei Fortuna Düsseldorf, blieb der Abstand zwischen den beiden Topteams bei sieben Punkten. Das bedeutet, dass den Bayern am Dienstag gegen Werder Bremen in jedem Fall ein Auswärtssieg reicht, um vorzeitig das achte Meisterstück in Folge zu fixieren. Danach sind nur noch zwei Partien ausständig.

Von einem "harten Stück Arbeit" sprach Bayern-Coach Hansi Flick nach dem Erfolgserlebnis gegen Gladbach. "Gerade nach dem DFB-Pokalspiel steckte die Powersaison von neun Spielen natürlich so ein bisschen in den Knochen. Deshalb bin ich happy, dass wir den Abstand wahren konnten und wir das Spiel gewonnen haben", sagte Flick, der auf Robert Lewandowski, Thomas Müller und Thiago verzichten musste und Linksverteidiger Alphonso Davies zu Beginn auf der Bank Platz nehmen ließ.

Solide 90 Minuten in der Innenverteidigung spulte dagegen erneut David Alaba ab. Nur beim Gegentor war er machtlos, Mitspieler Benjamin Pavard fabrizierte ein Eigentor. "Wir sind sehr zufrieden, wie sich David in dieser Saison auf neuer Position entwickelt hat. Er ist der Chef in der Abwehr und zu einer echten Persönlichkeit gereift", lobte Bayerns Sportchef Hasan Salihamidzic den Wiener.

Zu den Gesprächen über einen neuen Vertrag für Alaba - der aktuelle läuft im Sommer 2021 aus - wollte er nichts Konkretes berichten. "Wir werden alles versuchen. Aber ich glaube, dass beide Parteien wissen, was sie aneinander haben. David weiß, was er am FC Bayern hat, und genauso wissen wir, was wir an David haben", sagte Salihamidzic.

In Dortmund indes weiß man längst, was man am Ex-Salzburger Haaland hat, obwohl der erst seit Winter Teil der Mannschaft ist. Der Treffer in Düsseldorf, wo der Norweger in der 61. Minute als "Joker" ins Spiel kam, war bereits sein elftes Saisontor. Dank dem 19-jährigen Teenager sicherten die Dortmunder rechnerisch die Qualifikation für die Champions League ab, außerdem stellten sie den Vereins-Torrekord ein: Haalands Treffer war das 82. Tor in dieser Saison für die Schwarz-Gelben, die damit noch drei Spiele Zeit haben, dieselbe Marke aus der Spielzeit 2015/2016 zu verbessern.

Zum Scherzen aufgelegt war Adi Hütter nach seinem 500. Spiel als Chefcoach, das einen 4:1-Sieg seiner Frankfurter Eintracht bei Hertha BSC brachte. "Wenn er nicht ausschauen würde wie ein Japaner, hätte ich gedacht, er ist ein Österreicher, vielleicht ein guter Skifahrer", kommentierte der Vorarlberger den Slalomlauf von Daichi Kamada, der die geniale Vorarbeit zum Traumtor von Andre Silva per Ferse lieferte. Der Portugiese Silva ist nun mit sechs Treffern der beste Torjäger der Bundesliga seit dem Ende der Corona-Pause.

Jubelstimmung gab es auch bei Werder Bremen, das dem Klassenerhalt durch ein überzeugendes 5:1 beim SC Paderborn wieder näher rückte. Nur noch wegen der um einen Treffer schlechteren Tordifferenz liegt Werder nun als Tabellen-17. hinter Düsseldorf und zeigt die deutlich bessere Formkurve. Am Dienstag gastieren aber wie gesagt die Bayern in Norddeutschland, da könnte es einen Dämpfer geben. Paderborn besitzt bei acht Punkten Rückstand auf das Duo hingegen nur noch theoretische Chancen auf den Klassenverbleib.

Quelle: Agenturen