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Bayer und Reitshammer im EM-Doppelpack ins Brust-Finale

11. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Österreichs Schwimm-Elite hat am Donnerstag in Rom zum Langbahn-EM-Start gleich vier Aktive in Finalläufe gebracht, dazu kam Synchronschwimmerin Vasiliki Alexandri als Vorkampf-Vierte der freien Kür. Im Semifinale Vierter wurde Valentin Bayer über 100 m Brust, und das mit OSV-Rekord. Bernhard Reitshammer ging da als Sechster mit. Lena Grabowski stieg als Sechste über 200 m Rücken auf, Simon Bucher als Delfinsprint-Achter. Lena Kreundl schied über 100 m Kraul als Zwölfte aus.

Den Vogel schossen aber Bayer und Reitshammer ab. Zwei Österreicher in einem Langbahn-EM-Finale, da reibt sich wohl auch die frühere OSV-Elite um Markus Rogan, Mirna und Dinko Jukic die Augen. Bayer hatte kaum wer auf der Rechnung, bis er im Vorlauf Reitshammer in 59,76 Sek. dessen OSV-Rekord um 0,17 Sek. entriss. Dessen Kampfansage für die Vorschlussrunde setzte er im Semifinale in die Führung bei der Wende um, sein Teamkollege konterte aber und schlug in 59,59 Sek. an. Reitshammer war in 1:00,08 Min. immerhin 0,78 Sek. schneller als im Vorlauf.

"Das hätte ich nicht geglaubt", war Bayer selbst erstaunt. "Aber eigentlich trainiere ich für genau das, deswegen bin ich da." Nur 0,14 Sek. trennten ihn vom Dritten, unruhig schlafen werde er ob der kleinen Medaillenchance aber nicht. "Ich werde eigentlich sehr wenig und selten nervös", ließ der 22-Jährige wissen. Zufrieden war auch Reitshammer: "Das ist eine gute Bestätigung." Seine Rekord-Kampfansage an Bayer blieb für das Finale aufrecht.

Glücklich zeigte sich Grabowski mit ihren 2:10,78 Min., womit sie um 2,22 Sek. schneller als im Vorlauf war und klare persönliche Saisonbestzeit fixierte. "Das so hinzukriegen, darauf bin ich schon stolz. Mir bedeutet das wirklich ziemlich, ziemlich viel", meinte die 19-Jährige. Das auch, da sie damit ihre Sporthilfe-Förderung nicht verliert. "Jetzt kann ich das Finale einfach genießen." Bucher wiederum hat in seinem Endlauf für sich noch etwas zu verbessern, denn seine 23,39 Sek. stellten ihn nicht zufrieden: "Es war kein gutes Rennen. Ich habe bei der Tauchphase etwas liegengelassen."

Kreundl war über 100 m Kraul nach Berichtigung einer falschen Ergebnisanzeige ins Semifinale nachgerückt und nutzte diese Chance als Zwölfte durchaus gut. Auf den nicht realistischen Aufstieg fehlten der Oberösterreicherin in 55,65 Sek. 0,86 Sek. "Das war mein erstes Langbahn-Semifinale, jetzt habe ich das auch abgehakt", wusste die 24-Jährige zu berichten. Wie immer spitzt sie aber vor allem auf 200 m Lagen.

Am Vormittag über 100 m Brust ausgeschieden waren Christopher Rothbauer (1:01,38/21.) und der Salzburger Junioren-EM-Zweite Luka Mladenovic (1:02,46/30.) Für Lena Opatril wurde es über 800 m Kraul in 8:54,66 Min., ihrer zweitbesten Zeit bisher über diese Distanz, Rang 18. Die lange OSV-Frauen-Kraulstaffel war nicht angetreten.

In den drei Finali verpasste der von Südstadt-Coach Balasz Fehervari trainierte, 33-jährige Ungar David Verraszto sein viertes EM-Gold über 400 m Lagen, wurde aber zum dritten Mal Zweiter. Der Titel ging in 4:10,60 Min. an den Italiener Alberto Razzetti. Über 4 x 200 m Kraul der Frauen holte Katinka Hosszu mit Ungarn Bronze und damit ihre 97. internationale Medaille. Der 100er könnte noch im Rom fallen. Es gewannen die Niederlande in 7:54,07 Min., bei den Männern die Ungarn in 7:05,38 Min.

Quelle: Agenturen