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Bayer einen Hauch von EM-Bronze über 50 m Brust entfernt

16. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Der Niederösterreicher Valentin Bayer hat am Dienstag in Rom bei den Langbahn-Europameisterschaften der Schwimmer im Finale über 50 m Brust Bronze hauchdünn verpasst. Der 22-Jährige erreichte in 27,19 Sek. eine persönliche Bestzeit, letztlich fehlten ihm als Viertem 0,08 Sek. auf Edelmetall. Der Tiroler Bernhard Reitshammer kam in 27,29 auf Rang sechs. Die Salzburgerin Anastasia Tichy wurde über 200 m Delfin (2:14,59) 14., der Kärntner Heiko Gigler über 50 m Kraul (22,14) 15.

Bayer und Reitshammer waren auch beide im EM-Finale über 100 m Brust gestanden. Es war der erst zweite und dritte Langbahn-Endlauf mit zwei OSV-Aktiven in der EM-Geschichte. Davor hatte es das nur 2008 in Eindhoven gegeben, als Markus Rogan und Sebastian Stoss über 200 m Rücken Erster und Siebenter geworden waren. Für Bayer ist der knappe 50-m-Ausgang besonders bitter, hatte er doch über die doppelte Distanz Bronze gar nur um 0,04 Sek. verpasst. Reitshammer hatte als WM-Vierter von Budapest insgeheim höhere Ambitionen bzw. den Medaillengewinn als Ziel.

Die begehrten Planketten gehen an die beiden Italiener Nicolo Martinenghi (26,33) und Simone Cerasuolo (26,95) sowie den Deutschen Lucas Mazerath (27,11). Während Bayer seine persönliche Bestzeit von 27,66 über Vorlauf (27,57), Semifinale (27,34) und das Finale um fast eine halbe Sekunde drückte, verfehlte Reitshammer die seine doch klar. Mit den 26,94 von der Budapest-WM hätte er sich diesmal Silber gesichert.

Bayer zeigte sich trotz zweimal "Blech" aber gar nicht enttäuscht. "Sicher ist es schade, vier Hundertstel sind nur ein Fingerschnipsen. Aber es waren super Zeiten, super Platzierungen, mein bester Wettkampf bisher." Reitshammer klang anders: "Natürlich ist die Enttäuschung groß. Das Ziel ist nicht das Finale, sondern auf dem Podest zu stehen." Seine Form sei bei der WM minimal besser gewesen. Zwei Höhepunkte hinzubekommen, sei schwierig. "Wir haben es probiert. Die EM war ja auch nicht schlecht. Aber nachdem, was bei der WM war, hat man doch etwas mehr erwartet."

Gigler hatte sich als Vorlauf-Neunter Final-Hoffnungen gemacht, war dann auch 0,03 Sek. schneller als am Vormittag, dennoch ließ er nur einen Konkurrenten hinter sich. Der letzte Finalplatz ging mit 21,92 Sek. weg, Giglers OSV-Rekord steht bei 22,05. "Es war ein brutal schnelles Semifinale. Ich habe alles gut erwischt, vielleicht habe ich auf den letzten fünf Metern meine Bestzeit hergeschenkt. Aber ich glaube, ich kann zufrieden sein. Meine zwei Zeiten passen."

Tichy schnitt aber noch einen Platz besser als der 26-Jährige ab, und das bei ihrem EM-Debüt. Nachdem sie im Vorlauf ihre Bestzeit um 1,27 Sek. auf 2:14,00 gedrückt hatte, war sie mit ihrer Semifinalmarke nicht ganz glücklich. "Ich konnte nicht geben, was ich erhofft habe. Ich habe mir gewünscht, unter 2:14,00 zu kommen. Aber es war dann einfach die Kraft weg." Von der großen Katinka Hosszu ließ sich Tichy freilich nur fünf Hundertstel abnehmen. Gut fiel ihr EM-Gesamtresümee aus: "Total super, zweimal Bestzeit, ein Semifinale - mehr hätte ich nicht erwarten können."

Ihr engerer Landsmann Luka Mladenovic war in den Vorläufen über 200 m Lagen in 2:06,00 (19.) ausgeschieden, der Tiroler Simon Bucher über 50 m Kraul in 22,85 Sek. als 41.

Außer im Brustsprint-Finale feierte Italien über 100 m Rücken durch Margherita Panziera (59,40) einen Heimsieg. Sarah Sjöström (SWE) gewann über 50 m Kraul (23,91) ihre 27. EM-Medaille und hat damit nach Hosszu (HUN) auch Alexander Popow (RUS) abgehängt. Kristof Milak (HUN) gelang über 200 m Delfin (1.52,01) ein Favoritensieg, über 200 m Lagen triumphierte in 2:10,92 Anastasya Gorbenko (ISR). Die Staffel über 4 x 200 m Kraul Mixed entschieden die Briten (7:28,16) für sich, die 1.500 m der Männer ein emotionaler Mychajlo Romantschuk (UKR/14:36,10).

Quelle: Agenturen