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Arsenal agiert meisterlich: "Jetzt lacht keiner mehr"

23. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Beim 3:2 im Hit gegen Manchester United hat sich Arsenal am Sonntag in meisterlicher Form präsentiert.

Auch wenn erst rund die Hälfte der Meisterschaft gespielt ist und der Vorsprung auf Manchester City bei einem Spiel weniger nur fünf Punkte beträgt, sind die "Gunners" spätestens jetzt Favorit in Englands Liga. "Jetzt lacht keiner mehr", meinte Linksverteidiger Alexander Sintschenko über seine schon zu Saisonbeginn geäußerten Träume von Arsenals erstem Triumph seit 2004.

Arteta: 2021 letzter Platz, 2023 erster Platz

Umso mehr zu Lachen hat derzeit Trainer Mikel Arteta, das Vertrauen in den 40-Jährigen scheint ihre Dividende abzuwerfen. Etwas mehr als drei Jahre sind vergangen, seit der Spanier bei den Gunners vom glücklosen Wenger-Erben und Landsmann Unai Emery mitten in der Saison übernahm. Vom Titel war damals keine Rede, der Club mit seiner glorreichen Vergangenheit, dem 2006 errichteten 60.000er-Stadion und den Millionen von US-Investor Stan Kroenke eher das Gespött der Liga - und die Nerven der Fans schweren Belastungsproben ausgesetzt.

Noch im Sommer 2021, als man zum Ligaauftakt nach drei Niederlagen in Folge am letzten Platz lag, schien Arteta auf seiner ersten Station als Profi-Cheftrainer trotz kleiner Zwischenerfolge wie des Gewinn des FA-Cups 2020 gescheitert. Doch es sollte anders kommen.

Arsenal arbeitete sich nach vor und gab mit Endrang fünf sowie der nur knapp verpassten Champions-League-Qualifikation ein Versprechen ab, das man in der aktuellen Saison tatsächlich einlöst. In Zusammenarbeit mit dem Technischen Direktor Edu, so wie der Coach einst für Arsenal aktiv, ist es Arteta aller Turbulenzen zum Trotz gelungen, der Mannschaft einen spielerischen Wiedererkennungswert inklusive Erfolgsgarantie zu verpassen. Intensiver Fußball mit aggressivem Pressing und hoher Verteidigungslinie gehört zu diesem Bild ebenso wie kombinationsfreudiges Spiel im letzten Drittel. Ein Stürmer wie der derzeit verletzte Gabriel Jesus, im Sommer so wie Sintschenko von ManCity geholt, fügt sich da perfekt ein.

Arteta selbst, der davor als "Co" von Pep Guardiola bei ManCity werkelte, ist in seiner Rolle gereift und scheut auch vor unangenehmen Entscheidungen nicht zurück: Mesut Özil und Pierre-Emerick Aubameyang mussten aus disziplinären Gründen ihre Koffer packen. Seine relative Unerfahrenheit in Sachen Chefcoach korrespondiert mit der Jugend der Mannschaft: Arteta ist der zweitjüngste Coach der Liga, der Kader mit durchschnittlich 24,8 Jahren sogar der jüngste. Das einstige "Wunderkind" Martin Ödegaard blüht, nunmehr 23-jährig, im offensiven Mittelfeld auf, vorne richten es Leute wie Gabriel Martinelli (21), Bukayo Saka (21) oder Eddie Nketiah (23), letztere beide aus dem eigenen Nachwuchs. Dazu kommen einige wenige Routiniers wie Granit Xhaka (30) oder Thomas Partey (29).

Arsenal ist erst das fünfte Team in der Premier-League-Historie, das nach 19 Spielen die 50-Punktemarke knacken konnte. Drei der vier Teams, denen das zuletzt gelang, holten danach auch den Titel. Arteta wollte sich freilich noch nicht auf derlei Spekulationen einlassen, schließlich kommt es am 15. Februar und 26. April und somit noch zweimal zum Duell mit Verfolger City.

"Ich weiß nicht, ob wir Favoriten sind. Die Abstände in dieser Liga sind sehr klein. Wir verdienen es, dort zu stehen, wo wir stehen, aufgrund der Art, wie wir spielen. Aber es gibt viele Dinge, die wir viel besser machen können", erklärte der Baske. Dennoch versprach er, sich die Bilder vom 3:2 über United vor dem Schlafengehen noch einmal anzuschauen. "Denn das sind magische Momente." Gut möglich, dass er schon in wenigen Monaten mit dem Titel aufwacht.

Quelle: Agenturen / Redaktion / tgo