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Angstgegner Gladbach schockt Bayern erneut

07. Jan 2022 · Lesedauer 5 min

Dem FC Bayern München gelingt auch im dritten Saisonduell mit Borussia Mönchengladbach kein Sieg. Die Bayern, die auf zahlreiche Stammspieler verzichten mussten, verlieren zum Rückrundenauftakt daheim mit 1:2. ÖFB-Legionär Stefan Lainer erzielt den entscheidenden Treffer für die Elf von Adi Hütter.

Den zweiten Treffer für die Gäste erzielt Florian Neuhaus. Robert Lewandowski hatte die Bayern in der 18. Minute zunächst in Führung gebracht. Für Gladbach ist es nach dem 5:0 im DFB-Pokal in der aktuellen Saison bereits der zweite Sieg über die Bayern. Das erste Saisonduell endete 1:1-Unentschieden.

Bei den coronagebeutelten Bayern agiert Marcel Sabitzer über 90 Minuten auf der für ihn ungewohnten Position auf der linken Abwehrseite. Zudem gibt Malik Tillmann sein Startelf-Debüt. Sven Ulreich steht erstmals in dieser Saison zwischen den Pfosten. 

Gladach-Trainer Adi Hütter verzichtet zu Beginn auf seine Stürmerstars Alassane Plea und Marcus Thuram. Stefan Lainer spielt auf der rechten Abwehrseite bis zur 78. Minute, liefert eine starke Vorstellung und trifft zum 1:2. Hannes Wolf sitzt 90 Minuten auf der Bank.

Bayern dominieren zu Beginn

Die Bayern lassen in der Anfangsphase nicht erkennen, dass man auf 13 Spieler verzichten muss und geben klar den Ton an. Nach einem missglückten Sabitzer-Freistoß gibt Serge Gnabry nach acht Minuten den ersten Warnschuss ab, doch Gladbachs Goalie Yann Sommer ist auf dem Posten.

Deutlich konkreter wird es in Minute 13: Robert Lewandowski taucht allein vor Sommer auf. Der Schweizer Nationaltorhüter bleibt jedoch Sieger im Eins gegen Eins. Fünf Minuten später ist Sommer jedoch geschlagen: Nach Pass von Thomas Müller, nimmt sich Lewandowski den Ball perfekt mit und trifft aus knapp 13 Metern ins kurze Eck zum verdienten 1:0 (18.). Für den Polen ist es der 20. Saisontreffer – für Müller die 14. Vorlage.

Gladbach dreht Partie mit Doppelschlag

Die Gladbacher schlagen jedoch aus dem Nichts zurück und kommen in der 26. Minute zum Ausgleich: Nach Flanke von Stefan Lainer serviert Joshua Kimmich den Ball unfreiwillig Florian Neuhaus, der volley abzieht und mit der ersten Offensivaktion der Gäste zum Ausgleich trifft (26.). Die "Fohlen" nützen den Schwung und geben in der Folge den Ton an. In der 31. Minute schraubt sich der 1,75 Meter große ÖFB-Legionär Stefan Lainer nach einer Ecke von Luca Netz hoch und köpft zum 1:2 ein. Für Lainer ist es das erste Saisontor.

APA - Austria Presse Agentur

Stefan Lainer (rechts im Bild) zeigt gegen die Bayern eine starke Leistung und erzielt sein erstes Saisontor 

Der Tabellenführer agiert in der Folge geschockt und verunsichert. Gladbach ist das bessere Team und hätte vor der Pause auf 3:1 erhöhen können. Sven Ulreich rettet jedoch mit einem ganz starken Reflex gegen Brel Embolo (44.). Im Gegenzug kommen die Bayern ihrerseits noch zur Ausgleichchance in der Nachspielzeit: Lewandowksi trifft aus extrem spitzem Winkel zunächst die Stange, den Abpraller von Thomas Müller kratzt Matthias Ginter von der Linie.

Lewandowski trifft die Latte

Nach der Halbzeitpause geben die Bayern wieder den Ton an, es dauert jedoch bis zur 56. Minute, bis man das erste Mal gefährlich wird. Nach einer schönen Kombination prüft Jamal Musiala Yann Sommer, der sich erneut auszeichnen kann. Die Bayern erarbeiten sich in dieser Phase weitere Chancen, doch Gladbach bleibt im Konter gefährlich. Lewandowski trifft in der 62. Minute nur die Latte – bereits der zweite Aluminumtreffer des Polen an diesem Abend.

In der Folge fällt den Bayern wenig ein, die Gladbacher verwalten das Ergebnis geschickt. Bayern-Coach Nagelsmann verhilft 15 Minuten vor Schluss dem 16-jährigen Paul Wanner und dem 17-jährigen Lucas Copado, dem Neffen von Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic, zu seinem Bundesliga-Debüt. Lewandowski findet in der 78. Minute die beste Chance auf den Ausgleich vor, scheitert jedoch aus aussichtsreicher Position erneut an Sommer.

APA - Austria Presse Agentur

Robert Lewandowski erzielt gegen Gladbach zwar seinen 20. Saisontreffer, scheitert jedoch auch einige Male am Aluminium oder an Yann Sommer. 

Gladbach spielt Sieg nachhause  

In der 83. Minute hätte der eingewechselte Alassane Plea das Spiel frühzeitig entscheiden können. Neuer-Ersatz Sven Ulreich kann sich im Eins gegen Eins jedoch abermals auszeichnen. Gladbach lässt weitere Konterchancen liegen, doch die Bayern verabsäumen es in der Schlussphase noch einmal gefährlich zu werden.

Trotz der Niederlage bleibt der FCB souveräner Tabellenführer. Borussia Dortmund hat am Samstag die Chance den Abstand auf die Münchner auf sechs Punkte zu verkürzen. Der BVB empfängt um 18:30 Uhr Eintracht Frankfurt. Gladbach springt durch den Sieg von Rang 14 auf Platz elf und gewinnt erstmals nach fünf sieglosen Partien in Folge.

Die Stimmen zum Spiel 

Stefan Lainer (Borussia Mönchengladbach): "Der Sieg war ganz wichtig für uns, weil wir hinten drinnen stecken, somit war es schon ein kleiner Befreiungsschlag. Ein Sieg gegen die Bayern ist immer ein bisschen gefährlich für die nächsten Runden, aber trotzdem überwiegt auf jeden Fall die Freude. Vom Einsatz und vom Wille her, war es ein guter Auftritt von uns. Mit Ball hat nicht alles funktioniert aber die momentane Situation und die Ausfälle bei den Bayern haben uns in die Karten gespielt. Trotzdem haben wir an uns geglaubt und den Sieg mit Leidenschaft und Wille über die Zeit gebracht.

Über mein Tor freue ich mich natürlich sehr. Dass ich einmal mit meinem Tor so eine Partie entscheiden kann, hätte ich auch nicht gedacht aber man lernt nie aus. Mein Fitnesszustand könnte besser sein, mir fehlt eine drei- bis vierwöchige Vorbereitung aber nach meiner Reha bin ich auf einem guten Weg. Es ist ein schmaler Grat aber wir kriegen das ganz gut hin. 

Sven Ulreich (FC Bayern): "Wir hatten sehr viele gute Chancen, die wir leider nicht reingemacht haben und hatten auch mehr Ballbesitz. Schlussendlich haben wir die Tore einfach nicht gemacht und das ist dann ausschlaggebend. Die Corona-Situation ist natürlich nicht einfach für die Mannschaft, es war eine komische Vorbereitung auf das Spiel. Wir haben es über weite Strecken gut gespielt und verteidigt, bei den Gegentoren waren wir phasenweise zu inkonsequent. Daran müssen wir arbeiten und dann bin ich mir sicher, dass wir in den nächsten Spielen wieder die Punkte holen werden."

Maximilian PatakQuelle: Redaktion