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Alexandri-Schwestern holen historische WM-Bronzemedaille

19. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Das Synchron-Duett Anna-Maria und Eirini Alexandri hat bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Budapest Bronze in der Technischen Kür gewonnen und damit den nächsten Karriere-Meilenstein erreicht. Das österreichische Duo holte im Finale am Sonntag 91,2622 Punkte und musste sich nur China und der Ukraine geschlagen geben. Für die 24-jährigen Drillingsschwestern war es die dritte Medaille bei Großereignissen nach zweimal EM-Bronze im vergangenen Jahr.

"Wir lieben Budapest! Wir können es nicht glauben, das war unser Ziel", sagte Eirini Alexandri überglücklich in der Mixed Zone auf der sonnigen Margareteninsel in Budapest. "Wir waren sehr aufgeregt, aber jetzt sind wir sehr erleichtert." Auch die beiden Medaillen bei den Europameisterschaften hatte das Duo in der ungarischen Hauptstadt geholt.

"Schade, dass keine Olympischen Spiele in Budapest stattfinden", sagte Eirini und lachte. "Wir fühlen uns wie zuhause, das Wasser ist viel leichter als in Österreich", ergänzte Anna-Maria. Bei den Sommerspielen in Tokio waren sie noch auf dem siebenten Platz gelandet. Als Belohnung für WM-Bronze planten die Schwestern allerdings keine große Feier: "Wir essen ein paar Süßigkeiten, alles, was es im Hotel gibt", sagten sie und grinsten.

Auch Trainerin Albena Mladenowa war sichtlich zufrieden. "Es war ein langer Weg. Da steckt so viel Arbeit dahinter", sagte sie. "Sie sind so konzentriert, haben eine unglaubliche Ausdauer und Disziplin und sind immer bereit, zu arbeiten. Sie haben eine unglaubliche Motivation." Damit meinte Mladenowa auch Drillingsschwester Vasiliki, die sich zuvor über die verpasste Medaille im nicht olympischen Solo-Bewerb am Samstag geärgert hatte.

Ihre Schwestern widmeten "Vaso" die Medaille. "Sie verdient es genauso. Sie ist sehr gut geschwommen, hatte eine Medaille verdient", betonte Eirini. Die Solo-Kämpferin arbeite genauso hart und sei auf dem gleichen Niveau wie ihre Schwestern. Nach der Medaillenentscheidung gab es eine innige Umarmung neben dem Becken, auch Freudentränen flossen.

In Abwesenheit der russischen Olympiasiegerinnen, die in den vergangenen Jahrzehnten ein Gold-Abo bei Großereignissen gehabt hatten und aufgrund des Angriffskrieges in der Ukraine von der WM ausgeschlossen worden waren, gelang den Alexandri-Schwestern im Finale ein persönlicher Punkterekord. Sie steigerten sich im Vergleich zu ihrer Bewertung bei Platz drei im Vorkampf (90,2869) noch einmal deutlich. Für den Österreichischen Schwimmverband (OSV) war es die erste Medaille bei Weltmeisterschaften im Synchronschwimmen - und die erste bei diesen Schwimm-Titelkämpfen.

Auch Österreichs Schwimm-Star Felix Auböck gratulierte den Medaillengewinnerinnen. "Ich freue mich für sie, weil ich sie schon so lange kenne. Ich habe sie am ersten Tag kennengelernt, als sie vor zehn Jahren von Griechenland nach Österreich gekommen sind", sagte der Kurzbahn-Weltmeister über die gebürtigen Griechinnen: "Es ist toll zu sehen, dass sie es jetzt geschafft haben."

Nun planen die Alexandri-Drillinge eine Draufgabe in der Freien Kür, wo die Medaillen am Mittwoch (Solo) und Donnerstag (Duett) vergeben werden. "Wir wollen wieder Bronze", kündigte Eirini an. Und auch Vasiliki könne Edelmetall gewinnen. Diese hatte zuvor scharfe Kritik an den Bewertungen der Kampfrichter geübt. "Ich bin sehr enttäuscht. Nicht von mir, nicht von meiner Leistung, NUR von den Resultaten", schrieb sie einen Tag nach dem fünften Platz in der Technischen Kür auf Instagram.

Mehr als 30 Wegbegleiter wie Kampfrichter, Trainer und Athleten hätten sie auf einem Medaillenplatz gesehen. Das sei "eine Bestätigung meiner Leistung" gewesen, ergänzte Vasiliki Alexandri, "und dessen, was ich meiner Meinung nach im Finale verdient gehabt hätte. Aber so ist das Leben." Und Trainer Mladenowa ergänzte: "Dieser Sport ist schwer, weil es nicht immer objektiv läuft."

Quelle: Agenturen