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1.FC Köln: Moschee-Aufdruck auf Trikot sorgt für Unverständnis

13. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Lob und Kritik erntet der deutsche Traditionsklub 1.FC Köln für sein Auswärtsleiberl mit der Skyline der Stadt.

Politiker der Union haben den dreimaligen deutschen Fußballmeister 1.FC Köln scharf kritisiert. Stein des Anstoßes ist das Auswärtstrikot, dass die Kölner Skyline zeigt. Neben dem Stadtwahrzeichen, dem Kölner Dom, ist auch die Ditib-Moschee aus dem Stadtteil Ehrenfeld aufgedruckt. Der Moschee-Aufdruck sei "unpassend", sagte CSU-Innenexperte Michael Kuffer der Bild-Zeitung. Die Moschee dem Dom gleichzusetzen, sei "schlicht kultureller Nonsens". 

CDU-Innenexperte Christoph de Vries präzisierte seine Kritik. Der Moscheeverband Ditib übe einen "unheilvollen Einfluss auf türkischstämmige Bürger in Deutschland aus". Der Verband werde von der türkischen Religionsbehörde kontrolliert und finanziert. Ihm werde Kriegsverherrlichung, Spionage durch Imame, Einflussnahme bei türkischen Wahlen und Hasspredigten gegen Christen und Juden vorgeworfen, so De Vries. "Das ist eine Gefahr  für den gesellschaftlichen Frieden und Zusammenhalt in Deutschland."

Im Zeichen der Toleranz

Beim 111.599 Mitglieder zählenden Traditionsklub sei die Debatte über die Arbeitskleidung der Spieler durch eine Fan-Austritt "aus der Glaubensgemeinschaft 1. FC Köln" ins Rollen gekommen, weil er sich nicht mit Muslimen und Moscheen identifizieren könne. Der Verein veröffentlichte die Kündigung mit einem eigenen Kommentar auf Social Media: "Diese Kündigung bestätigen wir gern. Hadi, tschüss." Das türkische Wort "Hadi" bedeutet: "Auf geht's".

Die Moschee als Teil der Kölner Skyline stehe symbolisch für die große türkische Community in Köln, schreibt der Bundesligist in einer Aussendung. Das gelte unabhängig davon, wie man politisch zum Moschee-Betreiber stehe. Von Seiten der katholische Kirche gab es Lob. Stadtdechant Robert Kleine erfreut das klare Zeichen gegen "Diskriminierung und Rassismus". Der Geistliche bemängelte jedoch das Fehlen einer Synagoge auf dem Leiberl.

Aus Reihen der AfD kamen Einwände gegen die Positionen, für welche die Moschee steht. "Ditib gehört zur türkischen Religionsbehörde Diyanet, deren Präsident noch kürzlich in einer wichtigen Ramadan-Predigt gegen Homosexuelle hetzte. Gerade in einer Stadt wie Köln, in der man sehr stolz auf die queere Community ist, wäre hier mehr Weitsicht angebracht", sagte Joachim Paul, Mitglied des Partei-Bundesvorstandes und medienpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz.

Radoslaw ZakQuelle: Redaktion / zak