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100-m-Sweep für USA - WM-Gold an Kerley

16. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Die USA haben am Samstag (Ortszeit) bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene einen Sweep im 100-m-Sprint gelandet. Die Goldmedaille sicherte sich Fred Kerley in 9,86 Sek. vor Marvin Bracy (9,88) und Trayvon Bromell (9,88) und bescherte damit auch dem Heimpublikum im Hayward Field einen unvergesslichen Abend. Zum dritten Mal in der Geschichte gingen alle drei Medaillen über diese Strecke an die USA, 1983 und 1991 hatte Carl Lewis jeweils den Erfolg angeführt.

Kerley blieb im Finale damit aber deutlich über den 9,79 Sek., die er im Vorlauf aufgestellt hatte, als er nur um 3/100 an der von ihm gehaltenen Jahresweltbestzeit vorbeigeschrammt war. Der 2009 in Berlin vom Jamaikaner Usain Bolt aufgestellte Weltrekord von 9,58 Sekunden war auf der schnellen Bahn daher nicht in Gefahr. Als erster Athlet hat der 27-Jährige nun Medaillen über 100 und 400 m gewonnen. Es war das elfte US-Sprint-Gold in nun 18 WM-Auflagen.

"Für heute ist die Arbeit erledigt. Als nächstes konzentriere ich mit jetzt auf die 200 m und dann die Staffel", sagte Kerley, um dann doch noch etwas emotionaler zu werden. "Es fühlt sich wunderbar an. Die Goldmedaille bedeutet mehr als alles, es ist herrlich, das zu Hause zu erreichen, wo das Publikum hinter einem steht. Der reine Sweep ist ein Segen, wir haben alle Arbeit reingelegt." Dem Publikum versicherte er via Stadion-Mikrofon: "Wir haben gesagt, wir machen das, und wir haben es getan - USA, Baby." Alle hätten Gold gewollt, man sei einfach so froh, alles abgeräumt zu haben, fügte Bronzemedaillengewinner Bromell hinzu.

Der Chinese Wang Jianan sicherte sich Weitsprung-Gold im letzten Versuch, den er bei 8,36 m landete. Hinter dem griechischen Olympiasieger Miltiadis Tentoglou (8,32) wurde der Schweizer Mehrkämpfer Simon Ehammer (8,16), der dank seinem Tiroler Vater Wurzeln in der Alpenrepublik hat, Dritter (8,16). Auf den Zehnkampf verzichtet Ehammer in Eugene, den will er bei der Freiluft-EM in wenigen Wochen in München angehen.

Nach Silber 2019 bei der WM in Doha und Olympia-Bronze 2021 in Tokio holte sich die Äthiopierin Letesenbet Gidey ihren ersten großen Titel. Die 24-Jährige gewann im Zielsprint die 10.000 m in der Jahresweltbestzeit von 30:09,94 Min. vor den Kenianerinnen Hellen Obiri (30:10,02) und Margaret Kipkemboi (30:10,07). "Das war mein größtes Ziel, er bedeutet mir mehr als ein Weltrekord", sagte Gidey. Sie hält die Bestmarken über 5.000 m, 10.000 m und im Halbmarathon. Es war die zweitknappeste Entscheidung der WM-Geschichte in dieser Disziplin. Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Sifan Hassan (NED) ging als Vierte leer aus.

Im Hammerwurf der Männer setzte sich zum fünften Mal - und das in Serie - Pawel Fajdek durch. Der Pole, für den es bei Olympischen Spielen bisher erst zu einer Bronzenen 2021 in Tokio gereicht hatte, gewann mit der Jahresweltbestleistung von 81,98 m vor seinem Landsmann Wojciech Nowicki (81,03) und dem Eivind Henriksen (NOR/80,87). "Nächstes Jahr in Budapest habe ich die nächste Chance", blickte Fajdek bereits voraus. Fünf Titel bei Weltmeisterschaften erreichte auch der deutsche Diskuswerfer Lars Riedel (Diskus/nicht in Serie), sechs der ukrainische Stabhochspringer Sergej Bubka (in Serie). Im Kugelstoßen schlug Favoritin Chase Ealey mit 20,49 m zu, für die USA gab es damit am zweiten WM-Tag gleich zweimal Gold.

In Vorläufen kam Weltrekordhalter Karsten Warholm über die 400 m Hürden in 49,34 Sek. souverän weiter. Er war zuletzt von einer Oberschenkelverletzung geplagt worden. "Keine Schmerzen, das ist ein gutes Zeichen", meinte er. Gesamtschnellster war der US-Amerikaner Khallifa Rosser mit 48,62. Über die 100 m der Frauen legten in den Vorläufen die Britin Dina Asher-Smith (10,84 Sek.) und die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce (10,87) vor.

Quelle: Agenturen