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Selenskyj vor UNO: Atombehörde aus Wien soll AKW übernehmen

24. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Übergabe des umkämpften Atomkraftwerks Saporischschja an die in Wien ansässige Internationale Atomenergiebehörde IAEA gefordert.

Eine IAEA-Expertenmission solle "so schnell wie möglich" und dauerhaft die Kontrolle über die von Russen besetzte Anlage übernehmen, sagte Selenskyj am Mittwoch per Video bei einer UNO-Sicherheitsratssitzung. Russland müsse seine "nukleare Erpressung" bedingungslos einstellen und sich vollständig von dem Kernkraftwerk in der Ostukraine zurückziehen.

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des AKW vor. Es besteht Sorge vor einer nuklearen Katastrophe. Eine prinzipiell von allen Seiten unterstützte IAEA-Mission hat bisher noch kein Grünes Licht von den Konfliktparteien erhalten.

Raketenangriff auf Bahnhof

Selenskyj berichtete außerdem über einen Raketenangriff auf einen Bahnhof in der Region Dnipropetrowsk. Es gebe Tote und Verwundete. "So sieht unser Alltag aus", sagte er weiter. Die Angaben können zunächst von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Russland hatte versucht, die Rede Selenskyjs vor dem UNO-Sicherheitsrat zu blockieren. Moskau bekam im mächtigsten UNO-Gremium am Mittwoch in New York nicht den nötigen Rückhalt, um die Videobotschaft Selenskyjs zu verhindern - 13 der 15 Mitglieder waren für einen Auftritt des Präsidenten. Der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensja hatte seinen Einspruch damit begründet, dass Selenskyj nicht per Video zugeschaltet werden dürfe, sondern in New York persönlich anwesend sein müsse.

Die USA unterstrichen unterdessen ihre Unterstützung für den Abwehrkampf der Ukraine gegen den Aggressor Russland. "Um es klar zu sagen: Die internationale Gemeinschaft wird Russlands Versuch, die Grenzen der Ukraine gewaltsam zu verändern, niemals anerkennen", sagte die amerikanische UNO-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Mittwoch bei der Sicherheitsratssitzung.

Hinweise auf entführte Kinder

Die vergangenen sechs Monate hätten schreckliche Gräueltaten, darunter Vergewaltigung, Mord und Folter durch russische Streitkräfte in Städten wie Butscha oder Irpin gebracht, so Thomas-Greenfield weiter. Die Hinweise dafür, dass russische Streitkräfte Hunderttausende Ukrainer, unter ihnen auch Kinder, festgenommen, verhört und gewaltsam deportiert haben, häuften sich weiter. "Ihre Gründe sind klar: Sie wollen die Ukraine zerstören - ihre Kultur, ihre Menschen, ihre Existenz."

Vor genau sechs Monaten begann Russland eine Invasion zur Eroberung der Ukraine - anlässlich dessen trat auch der UNO-Sicherheitsrat zusammen. Gleichzeitig ist am Mittwoch der ukrainische Unabhängigkeitstag.

Quelle: Agenturen / koa