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Putin warnt Bevölkerung vor einem "nuklearen Zwischenfall"

23. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Russland hat erneut eine Atomwaffen-Drohung ausgesprochen. Der Aggressor ist nach russischem Narrativ jedoch die Ukraine. Diese würde durch einen eigenen Atomwaffen-Einsatz versuchen Russland anzukreiden.

Moskau verbreitet über seine Nachrichtenagentur RIA Novosti die Meldung, dass die Ukraine eine "schmutzigen Bombe"  einsetzen könnte. Auch vor einer "Atomwaffe mit geringer Sprengkraft" auf dem eigenen Territorium wird gewarnt, berichtet die "Heute". Als "schmutzige Bombe" werden konventionelle Sprengsätze bezeichnet, die auch radioaktives Material verstreuen. 

Damit wolle man Russland des "Einsatzes von Massenvernichtungswaffen auf dem ukrainischen Operationsgebiet beschuldigen". Eine "mächtige anti-russische Kampagne" solle man damit erreicht werden. 

Die Ukraine, die nach dem Zerfall der Sowjetunion ihre Atomwaffen abgegeben hat, unterstellt ihrerseits Russland, den Abwurf einer solchen Bombe zu planen.

Russischer Verteidigungsminister bekundet Sorge

Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe seinem französischen Amtskollegen Sebastien Lecornu "seine Besorgnis über mögliche Provokationen der Ukraine mit Hilfe einer "schmutzigen Bombe" übermittelt", teilte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag mit. 

Lecornu bestätigte das Gespräch und betonte, dass Frankreich nicht in eine Eskalation des Konflikts einbezogen werden wolle, insbesondere was nukleare Optionen betreffe. Frankreich wolle eine friedliche Lösung des Konflikts, so Lecornu, der auch ein Gespräch mit seinem ukrainischen Amtskollegen ankündigte.

Schoigu telefonierte auch mit seinen Amtskollegen aus Großbritannien, Ben Wallace, und der Türkei, Hulusi Akar. Auch diesen beiden gegenüber äußerte er die Befürchtung über eine "unkontrollierte Eskalation" des Konflikts

Ukraine will Russland ankreiden

Leute aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski würden geheime Absprachen mit Vertretern aus Großbritannien führen, meint Russland.. Dabei ginge es um eine mögliche Übergabe von Kernwaffenkomponenten an die Kiewer Behörden.

Laut russischer Nachrichtenagentur laute "das Kalkül, dass bei erfolgreicher Umsetzung die meisten Länder mit äußerster Härte auf den nuklearen Zwischenfall in der Ukraine reagieren werden". Sie zitiert dabei eine nicht genannte "glaubwürdige Quelle". 

Russland gab bekannt, dass sich die russischen Atom-Streitkräfte seit dem Beginn des Angriffskrieges unter "besonderer Alarmbereitschaft" befinden. Putin meinte wiederholt es handle sich bei den Atomwaffen-Drohungen um "keinen Bluff". 

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / Redaktion / poz