Putin bestätigt Tod: "Prigoschin hat schwere Fehler gemacht"

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Tod von Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin bestätigt.

Russlands Präsident Wladimir Putin kondolierte am Donnerstag der Familie des mutmaßlich bei einem Flugzeug-Absturz getöteten Wagner-Chefs. Man werde sehen, was die Ermittler herausfänden, sagte Putin. Dies könne jedoch dauern.

Unterdessen nahmen die russischen Behörden ihre Ermittlungen auf. Einflussreiche Kreml-Unterstützer glauben an ein Attentat. Die USA gehen Insidern zufolge von einem Abschuss des Flugzeugs aus.

Prigoschin habe "schwere Fehler gemacht"

Er selbst habe Prigoschin seit den frühen 1990er-Jahren gekannt. Dieser sei ein Mann mit einem "komplizierten Schicksal" gewesen und habe "schwere Fehler gemacht". Prigoschin habe aber versucht, die "richtigen Ergebnisse zu erzielen, sowohl für sich selbst, als auch, wenn ich ihn darum bat, für die gemeinsame Sache, wie in diesen letzten Monaten".

"Er war ein begabter Mensch, ein begabter Geschäftsmann, er arbeitete nicht nur in unserem Land und erzielte Erfolge, sondern auch im Ausland, insbesondere in Afrika. Er war dort mit Öl, Gas, Edelmetallen und Steinen befasst", so Putin.

Putin: Prigoschin erst aus Afrika zurückgekehrt

Soweit er wisse, sei Prigoschin "erst gestern [Mittwoch] aus Afrika zurückgekehrt ist", so Putin. Der Wagner-Chef habe dort "einige offizielle Personen getroffen".

"Ich möchte anmerken, dass es sich um Menschen handelt, die einen bedeutenden Beitrag zu unserer gemeinsamen Sache, dem Kampf gegen das Neonazi-Regime in der Ukraine, geleistet haben", meinte Putin weiter. "Wir erinnern uns daran und wissen es, und wir werden es nicht vergessen."

Putin hat die Anwesenheit von Neonazis in der Ukraine häufig als Rechtfertigung für seinen Einmarsch in das Nachbarland angeführt. Diese Behauptungen sind widerlegt. 

Flugzeugabsturz über Twer

Der russische Söldnerführer Jewgeni Prigoschin war zwei Monate nach seiner rätselhaften Meuterei beim Absturz eines Flugzeugs in Russland ums Leben gekommen.

Das Flugzeug war am frühen Mittwochabend in der russischen Region Twer abgestürzt. Nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums überlebte keiner der zehn Insassen. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiatsija bestätigte, dass sich Prigoschin an Bord des Flugzeugs auf dem Weg von Moskau nach St. Petersburg befunden habe. Die Behörden gaben den Tod des Wagner-Chefs jedoch nicht formell bekannt, die Leichen seien noch nicht identifiziert worden.

Über die anderen Passagiere war zunächst nur wenig bekannt, russischen Medien zufolge waren die meisten Wagner-Söldner. Unter den mutmaßlichen Toten war den Angaben von Rosawiatsija zufolge auch Prigoschins rechte Hand, Dmitri Utkin. Von den Behörden hieß es, bei dem nahe des Dorfes Kuschenkino abgestürzten Flugzeug habe es sich um einen Privatjet vom Typ Embraer Legacy gehandelt.

Rebellion gegen Putin

Bis zu einer kurzzeitigen Rebellion vor zwei Monaten gegen die russische Armeeführung hatte die Wagner-Gruppe eine große Rolle für die russische Offensive in der Ukraine gespielt. Zugleich trat Prigoschins Konflikt mit den russischen Militärspitzen offen zutage.

Am 23. Juni besetzten Wagner-Söldner dann militärische Einrichtungen im Süden Russlands und marschierten anschließend in Richtung Moskau. Die Rebellion richtete sich gegen den russischen Generalstab und Verteidigungsminister Sergej Schoigu, denen Prigoschin Versagen im Ukraine-Konflikt vorwarf.

"Verräter"

Den Aufstand blies Prigoschin zwar schon nach einem Tag ab. Mit der kurzzeitigen Rebellion hatte der Wagner-Chef jedoch die Autorität von Staatschef Putin in Frage gestellt. Ohne ihn namentlich zu nennen, brandmarkte Putin den Wagner-Chef damals als Verräter. Bis zu dem Aufstand hatte Prigoschin lange als enger Vertrauter Putins gegolten.

In den Wochen nach der Wagner-Rebellion war Prigoschins Schicksal ungewiss. Am vergangenen Montag tauchte er dann in einem von Wagner-nahen Gruppierungen verbreiteten Video auf. Darin berichtete er, sich in Afrika zu befinden. Die Wagner-Gruppe ist auch in mehreren afrikanischen Ländern aktiv.

ribbon Zusammenfassung
  • Russlands Präsident Wladimir Putin bestätigt den Tod von Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin.
  • Er kondolierte der Familie des bei einem Flugzeug-Absturz getöteten Wagner-Chefs.

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