APA - Austria Presse Agentur

Wiens Jugendliche ab 12 brauchen 2,5G-Nachweis

10. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat am Mittwoch bei der Präsentation der "GreenCheck"-App die künftigen Corona-Bestimmungen in der Bundeshauptstadt vorgestellt. Schulpflichtige Kinder von zwölf bis 15 Jahren müssen einen 2,5G-Nachweis erbringen, das heißt geimpft, genesen oder PCR-getestet sein (PCR gilt 48 Stunden ab Abnahme). Der Ninja-Pass gelte für diese Altersgruppe nicht pauschal bis Ende der Woche als 2G-Nachweis, hieß es.

Die entsprechende Wiener Verordnung bekomme gerade den Feinschliff und werde auf jeden Fall noch diese Woche kommen, kündigte Hacker an. Wien habe dadurch weiterhin strengere Maßnahmen als der Bund. Zuletzt war im Raum gestanden, dass in Wien sogar 2G für Kids ab zwölf Jahren eingeführt wird. Das kommt nun aber nicht, dem Vernehmen nach hat sich der Koalitionspartner, also die NEOS, für eine 2,5-G-Regelung ausgesprochen - da bei 2G manche Schulveranstaltungen von nicht geimpften Personen nicht besucht werden können.

Die bundesweite Regel zur Erinnerung: Der Ninja-Pass wird dem 2G-Nachweis gleichgestellt und gilt daher auch als Zutrittsnachweis fürs Restaurant, zu Kulturveranstaltungen oder bei Seilbahnen. Nach Beendigung des neunten Schuljahres müssen auch Jugendliche über einen 2G-Nachweis verfügen, um Zutritt zu den jeweiligen Bereichen zu erhalten. In Wien gelten bei Jugendlichen ab zwölf Jahren hingegen außerhalb des Schulbereichs nur die im Rahmen des Ninja-Passes absolvierten PCR-Testungen - mit einer Gültigkeitsdauer von jeweils 48 Stunden.

Als Begründung für die Wiener Maßnahme wird die Impfmöglichkeit ab zwölf Jahren genannt, fast die Hälfte der etwa 70.000 Kinder in Wien in der betreffenden Altersgruppe sei schon geimpft. Die ungeimpften 36.500 Kinder dieser Altersgruppe könnten innerhalb von drei Tagen geimpft werden. Die Inzidenz bei den 12- bis 15-Jährigen steige stark an, aktuell liege sie bei 626. Jede Woche erkranken über 400 Kinder dieser Altersgruppe. Die Impfung der jüngeren Kinder werde gerade vorbereitet, dabei werde das Impfserum von den Ärzten nach Körpergewicht des Kindes verringert.

Für Kinder unter zwölf Jahren ändere sich nichts, die Testpflicht in Wien ab sechs Jahren bleibe bestehen. Sechs- bis Elfjährige können ihren vollständig bepickten Ninja-Pass bis Ende der Woche nutzen, bei ihnen gelte also 3G (Antigen 48 Stunden, PCR-Test 72 Stunden).

Generell hat der Stadtrat die Bemühungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben. "Wir kämpfen wie der Bär gegen einen nochmaligen Lockdown", sagte Hacker vor Journalisten im Cafe Frauenhuber in Wien. Ein großer Teil der Wienerinnen und Wiener sei dabei und trage die Maßnahmen mit: "Die Wiener haben's kapiert", sagte der Stadtrat.

Die Infektionszahlen würden derzeit stark ansteigen, und es sei kein Ende abzusehen. Man erlebe einen neuerlichen Ausbruch der Pandemie. In Wien habe man in den letzten Wochen darum gekämpft, dass das Ausgangsniveau der Infektionen so niedrig wie möglich sei, und man habe mit vielen Test-Aktivitäten und Vorschriften versucht, die Infektionsketten so früh wie möglich zu durchbrechen. Es sei noch zu früh, jetzt über einen neuerlichen Lockdown zu entscheiden, verwies Hacker auf den Stufenplan der Bundesregierung.

Angesprochen auf die Möglichkeit, ins Homeoffice zu gehen, meinte er dass dies viele Betriebe jetzt schon täten. Zuviel und zu lange sei Homeoffice aber seiner Meinung nach nicht gut.

Die App "GreenCheck" zur Kontrolle von Impf-, Test- oder Genesungs-Status wurde an Ort und Stelle im Wiener Cafe Frauenhuber gleich vorgeführt. Der Vorteil der gratis herunterladbaren App sei es, dass damit die absolute Sicherheit verbunden sei, dass immer die aktuellen geltenden Regeln im Hintergrund verwendet würden. Mit dem Tool könne rasch über Smartphone, Hand-Scannner bei Veranstaltungen oder eine fixe Station etwa beim Firmeneingang der Status einer Person kontrolliert werden. Information dazu gibt es im Internet unter greenchecker.at. Entwickelt wurde alles von der ITSV GmbH, den IT-Services der Sozialversicherung.

Harsche Kritik an der Regelung für Jugendliche kam postwendend von der FPÖ. "Mit der Einführung der 2,5G-Regel für Personen zwischen zwölf und 15 Jahren schränkt SPÖ-Bürgermeister Ludwig die Freiheit von Kindern und Jugendlichen weiter ein. Tatsache ist, dass gerade diese Bevölkerungsgruppe seit 20 Monaten massiv unter den desaströsen und freiheitseinschränkenden Maßnahmen leidet", hob FPÖ-Chef Dominik Nepp hervor. Experten würden sich seit vergangenem Jahr besorgt über die Auswirkungen der Maßnahmen auf junge Menschen zeigen. Anstatt ihnen Gehör zu verschaffen, werde die rot-pinke Stadtregierung immer mehr zum "Kinder- und Jugendschreck", beklagte der Wiener FPÖ-Obmann.

Quelle: Agenturen