Hacker über Kurz' Impf-Versprechen: "Botschaft ist mir ein Mirakel"

09. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) glaubt, dass die Impfungen weniger schnell voranschreiten werden als der Kanzler versprochen hat und wahrscheinlich sogar langsamer als er selbst gesagt hatte. AstraZeneca verteidigt er jedoch. Die Menschen sollen Beipackzettel von Medikamenten lesen, empfiehlt er.

In Newsroom LIVE bei Anchor Thomas Mohr wollte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker keinerlei Prognosen über mögliche Öffnungen abgegeben. In der Entwicklung der positiven Corona-Fälle sei Wien seit fast zwei Wochen auf einem Plateau, die Maßnahmen würden eine stabilisierende Wirkung zeigen. Aber es würde noch dauern, bis sich das in den Spitalszahlen widerspiegelt. "Wir müssen geduldig sein", so Hacker. 

Durchgeimpft bis Juli? "Wie sich das ausgehen soll, ist mir ein Rätsel"

Bundeskanzler Sebastian Kurz versprach  innerhalb von 100 Tagen eine Impfung für alle, die in Österreich willig seien. "Mir sind diese Aussagen mit unterschiedlichen Botschaften ein Mirakel", reagiert der Gesundheitslandesrat auf Kurz' Ankündigung. Sie würden sich nicht mit den Zahlen, die ihm bekannt seien, decken. Angekündigte Liefermengen würden sich ändern, Liefermengen reduzieren. "Wie sich das ausgehen soll, ist mir ein Rätsel." Es könne sich nicht ausgehen.  Er selbst habe bis Ende Juni versprochen, 60 Prozent der Wiener durchzuimpfen. "Ich hoffe, dass wir die 60 Prozent schaffen, ehrlich gesagt." Es sei ernüchternd. Es gebe permanent eine Kampagne, dass mehr Impfstoff komme, aber das Gegenteil sei der Fall. 

Nur zwei Impfstoffe

"Wir wissen, dass wir im Augenblick nur zwei nennenswerte Impfstoffe haben." Das seien Biontech/Pfizer und AstraZeneca. Die anderen beiden würden in so geringen Mengen kommen, dass sie für die Durchimpfung der Bevölkerung "faktisch keine Rolle" spielen würden.

Abwehrreaktion des Körpers "Sinn der Impfung"

Auf die Skepsis der Bevölkerung dem Impfstoff von AstraZeneca gegenüber, gab er an, dass das Vakzin zwar heiß umstritten sei, man dürfe aber nicht vergessen, dass es hochwirksam sei. "Ich kann jedem nur empfehlen, schnell ins Badezimmer zu laufen und sich die Beipackzettel der Medikamente anzuschauen und genau zu lesen." Dann werde man draufkommen, dass es faktisch kein Medikament gebe, bei dem nicht mögliche Nebenwirkungen beschrieben seien. 

AstraZeneca habe den Nachteil, dass die Reaktion bei der ersten Impfung stärker sei, dafür sei auch der Impfschutz schneller erreicht. Bei Biontech/Pfizer sei es umgekehrt. Aber dass der Körper mit Abwehrreaktionen auf Impfungen reagiere, sei "Sinn der Impfung". Man wolle ja, dass der Körper sich vorbereite Viren abzuwehren. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam