APA - Austria Presse Agentur

Wiener Grüne demnächst vermutlich mit Doppelspitze

20. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Es ist fix: Für den Parteichefposten bei den Wiener Grünen interessieren sich nur zwei Personen. Die nicht amtsführende Stadträtin Judith Pühringer und ihr Stadtrats-Kollege Peter Kraus haben ihre Bewerbung eingereicht. Genaugenommen gibt es damit sogar nur eine Kandidatur. Denn die beiden gehen als Team ins Rennen. Die Grünen werden in der Bundeshauptstadt also künftig wohl über eine Doppelspitze verfügen.

Die Frist für die Bewerbung endete am vergangenen Freitag. Während 2018 das Rennen um den ersten Listenplatz umkämpft war, konnte sich dieses Mal niemand außer dem länger schon als Favoriten gehandelten Duo für ein Antreten erwärmen. Dies könnte daran liegen, dass damals die betreffende Person in weiterer Folge auch fix die Nachfolge von Maria Vassilakou als Stadträtin antreten sollte. Solche Posten haben die nun in Opposition befindlichen Grünen nicht mehr zu vergeben.

Die endgültige Kür erfolgt am 16. Oktober im Rahmen einer Landesversammlung. Die Funktion ist seit dem Rücktritt von Birgit Hebein nach der Wien-Wahl 2020 vakant. Dass die Ökopartei in der Bundeshauptstadt heuer über die Parteiführung entscheidet, war nicht geplant. Denn es war Hebein, die sich 2018 durchsetzen konnte und die 2019 in die Fußstapfen von Vassilakou trat. Und sie wurde auch zur ersten Parteichefin der Wiener Grünen gekürt - eine Funktion, die es formal vorher nicht gab.

Doch schon nach der Wahl war die Karriere trotz Rekordergebnis (Stimmanteil von 14,8 Prozent, Anm.) bereits wieder vorbei. Die SPÖ entschied sich für eine Koalition mit den NEOS. Hebein wurde in weiterer Folge abmontiert, sie konnte weder den Klubvorsitz noch einen Posten als nicht amtsführende Stadträtin ergattern. Verärgert legte sie den Parteivorsitz zurück. Zuletzt sorgte sie noch einmal für Aufsehen, als sie wegen der Afghanistanpolitik der türkis-grünen Bundesregierung überhaupt aus der Partei austrat.

Nun wird mit Pühringer und Kraus eine Doppelsitze installiert. Sie werden formal auf Landesparteisekretär Peter Kristöfel folgen, der aktuell interimistischer Landesobmann ist. Die Voraussetzungen dafür, dass künftig ein aus zwei Personen bestehendes Team an der Spitze stehen darf, wurden erst vor wenigen Wochen mittels Statutenänderung geschaffen. Vor der Landesversammlung wird es auch noch Hearings geben.

Quelle: Agenturen