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Wien prüft strengere Corona-Regeln

19. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Wien wird bei den von der Regierung angekündigten weitreichende Lockerungen der Maßnahmen wegen der Delta-Variante möglicherweise nur eingeschränkt mitziehen.

Man werde sich die noch ausstehende Corona-Verordnung der Regierung genau anschauen und prüfen, ob man hier verschärfe, bestätigte ein Sprecher von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Samstag. Sorge bereitet im Rathaus die ansteckendere Delta-Variante. In Wien haben sich zuletzt die Fälle der Delta-Variante verdoppelt. Als Beispiel verwies man in Bürgermeister-Büro auf Lissabon. Die portugiesische Hauptstadt wurde nach einer deutlichen Zunahme an Fällen zweieinhalb Tage regelrecht abgeriegelt. "Wir werden uns die Entwicklung ganz genau anschauen", hob der Sprecher hervor.

Die Bundesregierung kündigte für Juli die Wiedereröffnung der Nachtgastronomie. Auch Auflagen für Großveranstaltungen wurden weitgehend gestrichen. Die Öffnungsschritte seien nicht mit den Ländern abgesprochen, kritisierte man in Wien. 

Ärztekammer warnt vor Lockdown

Davor warnte Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres schon davor, dass die Regierung im Sommer nicht untätig bleiben dürfe. Nur schnelleres Impfen helfe gegen die Delta-Variante. Er fordert eine einheitliche Impfstrategie in Österreich, sonst stünde uns ein weiterer Lockdown bevor, schneller "als wir uns aktuell vorstellen können". Zu eruieren, wieviele Personen in Österreich wirklich an der Delta-Variante erkrankt sind, ist schwierig. Nachgewiesen kann sie nämlich nur mit PCR-Tests werden. Diese werden nur in Wien großflächig eingesetzt. Zum Vergleich: Während in Wien zuletzt zwei von zehn Bürgern damit getestet wurden, sind es in Niederösterreich 1,5 pro tausend Einwohner. Die Dunkelziffer könnte also hoch sein. 

Club-Einlass nur für Geimpfte? 

Wien wird eine mögliche Verschärfung erst verkünden, wenn die Verordnung vorliegt. Parallel mit der Ausarbeitung der Verordnung wird mit Fachleuten beraten. Angedeutet wurde zuletzt - etwa von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) - eine Einlasserlaubnis in Clubs nur für geimpfte Personen. Welche Maßnahmen kommen und ob sie tatsächlich regional strenger ausfallen werden, sei aber noch offen, hieß es.

Man werde jedenfalls nur notwendige Verschärfungen durchführen, beteuerte der Bürgermeister-Sprecher: "Man wird ganz genau überlegen, welche Maßnahmen vorstellbar sind." Die Länder haben die Möglichkeit, regionale CoV-Maßnahmen zu erlassen.

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Kritik von ÖVP und FPÖ

Kritik an den Überlegungen kam am Samstag von ÖVP und FPÖ. "Anstatt die Menschen in unserem Land neuerlich mit skeptischen Aussagen frei jeglicher Fakten hinsichtlich der lang ersehnten Öffnungsschritte zu verunsichern, wäre die Wiener Stadtregierung, allen voran Chaos-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, besser beraten, seine Energie in einen schnelleren Impffortschritt in Wien zu stecken", mokierte sich die Gesundheitssprecherin der Volkspartei, Gaby Schwarz. Wiens FP-Chef Dominik Nepp sprach von einer "Provokation der Sonderklasse", sollte eine "Impfpflicht" für Clubs oder Diskotheken eingeführt werden.

Zwei weitere Delta-Fälle in NÖ

Auch in Niederösterreich sind am Samstag zwei weitere Fälle der Delta-Variante des Coronavirus gemeldet worden. Bei den Betroffenen handelt es sich um Kontaktpersonen von bereits Erkrankten, die sich deshalb auch schon in Quarantäne befanden, hieß es aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Die beiden Neuinfektionen wurden in Krems und im Bezirk Mödling registriert. Die Gesamtzahl der Delta-Fälle in Niederösterreich stieg damit auf 21.

Quelle: Agenturen