Wieder 800 Migranten auf Insel Lampedusa eingetroffen

26. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die süditalienische Insel Lampedusa ist erneut mit starken Migrationsbewegungen konfrontiert. Seit Montag erreichten über 800 Migranten die Insel. Die meisten von ihnen trafen an Bord von kleineren Booten auf Lampedusa ein. Nun befinden sich knapp 1.800 Geflüchtete auf der Insel. Das italienische Innenministerium entsendete das Marineschiff "Diciotti" nach Lampedusa, das zur Entlastung 1.000 Flüchtlinge nach Sizilien bringen soll, berichteten italienische Medien.

Das von der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" betriebene Rettungsschiff "Geo Barents" hat indes 52 Menschen in Seenot gerettet. Die Migranten, darunter 35 Minderjährige, trieben an Bord eines Holzbootes in maltesischen Gewässern. An Bord des deutschen Rettungsschiffes "Sea Watch 3" befinden sich 439 Menschen, die in den vergangenen Tagen gerettet worden waren.

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" sucht inzwischen einen Hafen für 387 Migranten, die bei verschiedenen Einsätzen gerettet wurden. In der Nacht auf Montag wurden 73 Personen an Bord eines seeuntauglichen Schlauchbootes 37 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt in Sicherheit gebracht, twitterte die NGO SOS Mediterranee, Betreiberin der "Ocean Viking".

Danach wurden weitere 39 Personen in internationalen Gewässern gerettet. Dabei handelt es sich um den vierten Rettungseinsatz in weniger als 24 Stunden. Am Sonntag war bereits ein überfülltes Schlauchboot mit 87 Personen an Bord in Sicherheit gebracht worden, das in internationalen Gewässern vor Libyen trieb. An Bord befanden sich auch mehrere unbegleitete Minderjährige. Keiner von ihnen hatte eine Rettungsweste. Die Überlebenden wurden nun von den Teams des Roten Kreuzes und von SOS Mediterranee betreut. Bei einem letzten Einsatz wurden 80 Personen gerettet.

36.773 Menschen sind nach Fahrten über das Mittelmeer seit Anfang 2022 in Italien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2021 waren es 27.474 und im Jahr 2020 11.965 gewesen, wie das Innenministerium in Rom mitteilte. Die Migrantenankünfte drohen zu einem heißen Wahlkampfthema in Italien zu werden. Das Land wählt am 25. September ein neues Parlament. Ein Bündnis aus Mitte-Rechts-Parteien, darunter die ausländerfeindlichen Lega und Fratelli d ́Italia (FdI - Brüder Italiens) könnten laut Umfrage die Wahlen gewinnen.

Quelle: Agenturen