Weltjugendtag: NEOS mit Plan gegen Hass im Netz, SPÖ fordert mehr Förderung

11. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Anlässlich des morgigen Weltjugendtages der Vereinten Nationen haben die NEOS einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, um Mobbing und Hass im Netz präventiv zu bekämpfen. Die SPÖ wiederum verlangt eine Anhebung der Bundesjugendförderung.

NEOS-Jugendsprecher Yannick Shetty verwies am Mittwoch in einer Aussendung darauf, dass jedes vierte Kind mittlerweile Opfer von Mobbing sei und präventive Maßnahmen nur an jeder zweiten österreichischen Schule eingesetzt würden.

Er legte deshalb einen Fünf-Punkte-Aktionsplan gegen Mobbing und Hassverbrechen im Netz vor. Kern dieses Plans ist die Forderung nach einer unabhängigen und weisungsfreien Mobbing-Dokumentationsstelle direkt im Bildungsministerium, an die sich Schülerinnen und Schüler anonym wenden können.

"Verzeichnet die Dokumentationsstelle vermehrt Fälle in einer bestimmten Bildungseinrichtung, wird - als zweiter Schritt - ein Automatismus ausgelöst: Die Bildungsdirektionen prüfen die Lage vor Ort und verordnen spezielle präventive Maßnahmen", führte Shetty aus. Als dritten Punkt fordert er die Integration von Medienkompetenz in den Lehrplänen.

Die vierte Forderung beinhaltet Workshops an Schulen und Bildungseinrichtungen in Kooperation mit Gerichten und zuständigen Staatsanwaltschaften. Dabei sollen Jugendliche "altersgerecht über rechtliche Rahmenbedingungen und strafrechtliche Implikationen von Cybermobbing aufgeklärt werden und lernen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist."

Als fünfte Forderung ist die Einsetzung einer oder eines Anti-Mobbing-Sonderbeauftragten im Bildungsministerium vorgesehen als Ansprechperson und für die Koordinierung des nationalen Aktionsplans.

SPÖ fordert Anhebung der Jugendförderung

SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Eva-Maria Holzleitner fordert eine Anhebung der Bundesjugendförderung, die seit 2001 nicht mehr valorisiert worden sei. Real habe die Förderung 40 Prozent an Wert verloren in den letzten 20 Jahren. "Es reicht nicht aus, das Ehrenamt zu loben und zu klatschen, ohne die finanziellen Mittel auch tatsächlich anzuheben. Wir dürfen die Jugendorganisationen nicht im Regen stehen lassen", forderte Holzleitner in einer Aussendung.

Die Bundesjugendvertretung appellierte an die Bundesregierung, die Jugendlichen mit ihren Sorgen und Ängsten nicht alleine zu lassen und Maßnahmen für ihre Zukunft zu setzen. So müsse der im Regierungsprogramm vorgesehene flächendeckende Ausbau der Kapazitäten für Psychotherapie sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie realisiert werden. Weiters forderte die Bundesjugendvertretung die Umsetzung des angekündigten Klimaschutzgesetzes, um die Lebensgrundlage weiterer Generationen zu schützen.

Caritas: Fest jedes vierte Kind weltweit unterernährt

Die internationalen Probleme zum Weltjugendtag sprach die Caritas an, die darauf verwies, dass weltweit schon fast jedes vierte Kind unter fünf Jahren an chronischer Unterernährung leidet. "Erstmals seit Jahrzehnten nimmt der Hunger in den letzten Jahren auch wieder zu", warnt Andreas Knapp, Auslandshilfe-Generalsekretär der Caritas Österreich. Seit Anfang des Jahres seien etwa 260.000 Kinder von lebensbedrohlichem Hunger betroffen, unter anderem am Horn von Afrika und in der zentralen Sahelzone.

Die Caritas forderte deshalb die Umsetzung des im Regierungsprogramms verankerten Ziels, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des BIP zu erhöhen und dieses Ziel auch gesetzlich zu verankern.

Quelle: Agenturen / hos