Weltärztepräsident: "Tyrannei der Ungeimpften muss aufhören"

18. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Im Newsroom LIVE spricht Anchor Thomas Mohr mit Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery und der Patientenanwältin der Stadt Wien Sigrid Pilz. Beide verlangen eine Impfpflicht und harte Konsequenzen für Ungeimpfte, wenn sie sich weigern, sich impfen zu lassen.

Noch ist der Lockdown nur in Salzburg und Oberösterreich verhängt worden. Die Patientenanwältin der Stadt Wien Sigrid Pilz würde es jedoch "für einen sehr gefährlichen Kurs halten", wenn die anderen Bundesländern nicht mitziehen. Alle wären miteinander vernetzt. Bundeslandgrenzen würden mehr Probleme als Lösungen darstellen. Sie fordert auch die Impfpflicht für Gesundheitsberufe und Pädagogen und als Ultima Ratio für alle. "Der Lockdown ist der erste Schritt, um zu bremsen. Da müssen noch viele andere folgen."

"Peitsche" für Ungeimpfte

In Deutschland hat die Politik einen Lockdown ausgeschlossen. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hofft, dass das möglich sein wird, aber die Realität werde die Politik vielleicht überholen. Auch in Deutschland handle die Politik zu langsam. "Wir müssen die Menschen auseinanderziehen, damit es nicht zu Infektionen kommt." Ein wichtiger Schritt sei "mit der Nachsicht für die Ungeimpften" endlich aufzuhören. Sie würden die Geimpften, die Solidarität bekunden, vorführen. Man muss alle Regeln nach nicht geimpften Menschen ausrichten, was Montgomerys Meinung nach aufhören sollte. Man habe es ein halbes Jahr mit "Zuckerbrot" versucht, es habe nicht funktioniert, jetzt sei die Peitsch dran und man müsse sie zum Impfen bringen. 

Impfpflicht mit Sanktionen

Auch Pilz fordert die allgemeine Impfpflicht inklusive Sanktionen. Sie als Patientenanwältin würde Hilferufe von jenen bekommen, die sich nicht impfen lassen können und sich nicht aus dem Haus trauen, weil sie sich damit in Gefahr begeben. Es sei eine "Niederlage für die österreichische Politik", dass die Impfquote nicht höher sei. Man glaube viel zu sehr an "Alternativmedizin, Homöopathie, Globuli, Granderwasser und lauter Unsinn" und vertraue viel zu wenig der Wissenschaft. Jeder mache sich seine eigenen Regeln, "die beim Pferdewurmmittel fatal enden". Gut zureden habe nicht funktioniert, die Impfkampagne versagt. Man habe es nicht einmal zustande gebracht, die Impfpflicht für Pädagogen und Ärzte einzuführen.

"Tyrannei der Ungeimpften"

Ungeimpfte, stimmt auch der Weltärztepräsident zu, müssten den Druck spüren. Sie sollten das Haus - außer für den Weg zur Arbeit - nicht mehr verlassen dürfen. Für die Arbeit verlangt er die Testpflicht für Ungeimpfte und zwar auf deren Kosten. "Wer sich nicht impfen lässt, muss auch die Folgen seines Verhaltens tragen." Es könne sich auch vorstellen, dass nicht geimpft zu sein einen Kündigungsgrund darstellt. "Die Tyrannei der Ungeimpften muss aufhören." Lehrer, die sich nicht impfen, sollten ihren Job verlieren, immerhin schützen sie "das Wertvollste, das wir haben".

Politik zeigt "Ignoranz, dass einem die Luft wegbleibt"

Montgomery verlangt vehement, dass die Schulen soffen bleiben, man dürfe sie nicht um die Bildung betrügen. Bei Diskussionen, ob Kinder Masken tragen dürfen - wo der Schutz nachgewiesen und hoch sei - bekomme er "die Krätze". Man dürfe nicht zulassen, stimmt Pilz zu, dass Kinder durch die Pandemie keine lebenslangen Schäden davontragen. Man müsse bei den Schulen in der Politik "mit einer Stimme sprechen". "Die Politik zeigt ein Bild der Ratlosigkeit und der Ignoranz, dass einem die Luft wegbleibt."

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam