Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ)APA/FPÖ WELS

Wels will schreiende Kinder von Spielplätzen verbannen

03. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Mit fünf Regeln soll in der oberösterreichischen Stadt "mehr Lebensqualität" erreicht werden. Eine lautet "Mach kan Lärm", an zweiter Stelle der Hausordnung steht "Red ma Deutsch!".

Wels, die zweitgrößte Stadt Oberösterreichs, gibt sich eine "Hausordnung". Fünf Regeln - unter anderem für die ordnungsgemäße Müll-Entsorgung - sollen für "mehr Lebensqualität" sorgen, so das Ziel von Bürgermeister Andreas Rabl, der die Hausordnung gemeinsam mit seinem Vize Gerhard Kroiß (beide FPÖ) am Donnerstag in Wels vorstellte.

Strafen bis 8.500 Euro

Die beiden verwiesen auf zuletzt 1.400 Bürgerbeschwerden pro Jahr. An die 200 davon betrafen unsachgemäße bis illegale Entsorgung etwa von Autoreifen, Baumaterial, Sperrmüll und Essensresten. Dem soll mit der Hausordnung-Kampagne unter dem Slogan "Schmeiß richtig weg!" entgegen gewirkt werden. Wie auch bei den anderen Regeln soll mit Aufklärung gearbeitet werden, etwa durch ein sogenanntes "Schau-Müll-Trennen". Aber es soll auch vermehrte Kontrollen geben. Strafen bis zu 8.500 Euro drohen. Eine weggeworfene Getränkedose kostet schon jetzt 85 Euro.

An zweiter Stelle der Hausordnung steht "Red ma Deutsch!". Die gemeinsame Sprache soll Konflikte und Missverständnisse vermeiden und die Beschwerden "Ich kann mich mit meinem Nachbarn nicht verständigen" verringern. In den Welser städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen unterstützen Sprachpädagogen bereits jetzt Kinder ab drei Jahre beim Erlernen der deutschen Sprache, obendrein werden heuer 18 Kurse für Erwachsene angeboten.

Ruhestörung durch Kinder

"Mach kan Lärm" richtet sich gegen Ruhestörungen, etwa durch laut schreiende Kinder auf Spielplätzen, in Wohnsiedlungen oder Parks: "Je näher zu Balkonen, desto mehr Beschwerden gibt es", schilderten die Stadtpolitiker. Ebenfalls angekreidet wird Rasenmähen an Sonn- und Feiertagen, laute Musik in Wohnungen, Gärten oder in Autos auf den Straßen.

Weitere Appelle in der Hausordnung sind "Nimm Rücksicht!" und "Sei freundlich". Vordrängeln sei zum Volkssport geworden, Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr ebenso, äußerten Bürger in ihren Beschwerden. Kleine freundliche Gesten gegenüber Mitmenschen könnten große Wirkung zeigen, ist man überzeugt.

Die Kampagne "Welser Hausordnung" zur Bewusstseinsbildung werde nach Gesprächen mit Kultur- und Sportvereinen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Wohnungsgenossenschaften, Hausverwaltungen und Unternehmen von diesen unterstützt. Noch heuer soll es entsprechende Plakate geben, eine Reihe von Aktionen soll im kommenden Jahr folgen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp