APA - Austria Presse Agentur

Weitere Proteste in Weißrussland geplant

16. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Regierungsgegner in Weißrussland wollen auch in den nächsten Tagen mit Aktionen für die Freilassung von politischen Gefangenen und für einen sofortigen Rücktritt von Staatschef Alexander Lukaschenko eintreten. "Wir werden keine Ruhe geben, bis die gegenwärtigen Machthaber zurückgetreten sind und Belarus ein freies Land wird", sagte die Oppositionelle Maria Kolesnikowa am Sonntag in Minsk.

Regierungsgegner in Weißrussland wollen auch in den nächsten Tagen mit Aktionen für die Freilassung von politischen Gefangenen und für einen sofortigen Rücktritt von Staatschef Alexander Lukaschenko eintreten. "Wir werden keine Ruhe geben, bis die gegenwärtigen Machthaber zurückgetreten sind und Belarus ein freies Land wird", sagte die Oppositionelle Maria Kolesnikowa am Sonntag in Minsk.

"26 Jahre Alptraum müssen enden." Zuvor war Staatschef Lukaschenko auf dem Unabhängigkeitsplatz vor Unterstützern aufgetreten und hatte betont, dass er in keinem Fall abtreten werde.

Bei der Kundgebung mit eigens aus den Städten in Bussen nach Minsk gebrachten Staatsbediensteten waren mehr als 10.000 Menschen - Lukaschenkos Gegner brachten hingegen Hunderttausende auf die Straße. Auch in vielen anderen Städten des Landes kam es zu Aktionen gegen "Europas letzten Diktator". Nach dem Rücktritt solle es ehrliche Neuwahlen geben, so wie es die Herausforderin Swetlana Tichanowskaja bei der Präsidentenwahl vor einer Woche gesagt hatte, hieß es.

Die Menschen riefen "Lukaschenko, uchodi", - zu Deutsch: Hau ab! - und "Mörder" und "Freiheit für die politischen Gefangenen". Kolesnikowa verlas auch die Namen der Inhaftierten, darunter an erster Stelle Viktor Babariko und an zweiter Sergej Tichanowski. Babariko, früher Chef einer russischen Bank, gilt bei möglichen Neuwahlen als der Kandidat mit den besten Aussichten. Tichanowski ist ein regierungskritischer Blogger - seine Frau Swetlana war an seiner Stelle gegen Lukaschenko angetreten - und hatte nach Meinung der Lukaschenko-Gegner die Wahl haushoch gewonnen.

Kolesnikowa kündigte an, dass an diesem Montag Strafanzeigen gestellt würden wegen der bisher zwei Todesfälle bei den Protesten und wegen der massiven Gewalt der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten und Gefangene. Auch bei den Protesten am Sonntag trugen die Menschen Transparente mit Bildern von den Schwerverletzten, die vor allem Blutergüsse, Verbrennungen, Platzwunden davontrugen.

Es seien noch immer rund 4.000 Menschen im Gefängnis nach den blutigen Protesten Anfang vergangener Woche, sagte Kolesnikowa. Mehr als 2.000 Menschen waren in Freiheit gekommen. Nach Medienberichten in Belarus ist nach den Protesten der Verbleib von etwa 80 Menschen unklar.

Quelle: Agenturen