Waffenruhe zwischen Damaskus und Kurden verlängert
Die von den Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erklärten, die Einigung sei durch internationale Vermittlung zustande gekommen. Der Dialog mit der syrischen Regierung dauere aber an. Die neue Waffenruhe trat um 23.00 Uhr Ortszeit in Kraft. Die Verlängerung der Waffenruhe war schon einige Stunden davor bekannt geworden, allerdings war zunächst von einem weiteren Monat die Rede gewesen.
Nachdem die SDF-Kämpfer unlängst große Gebiete an die syrische Armee verloren hatten, hatten die USA eine Verlegung von 7.000 IS-Gefangenen aus Syrien in den Irak angekündigt. Am Mittwoch begann zunächst die Verlegung von 150 ranghohen IS-Vertretern, darunter auch Europäer.
Die USA und Frankreich haben den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge aufgefordert, nicht in die verbleibenden von Kurden gehaltenen Gebiete einzumarschieren. Diplomaten sagten, es werde befürchtet, dass neue Kämpfe zu massiven Übergriffen auf die kurdische Zivilbevölkerung führen könnten.
Waffenruheabkommen sieht Integration von kurdischer Verwaltung vor
Am Sonntag vergangener Woche hatten der Übergangspräsident - ein früherer Jihadist - und der SDF-Chef Mazloum Abdi das Waffenruheabkommen unterzeichnet. Es trat am Dienstag in Kraft und sieht vor, dass die kurdische Verwaltung in Nord- und Nordostsyrien in die syrische Zentralregierung integriert wird. Zudem soll der syrische Staat die "Verantwortung" für die IS-Gefangenen übernehmen - die bisher bei den Kurden lag.
Bei ihrer Offensive im Norden und Osten des Landes hatten syrische Regierungstruppen zuvor kurdische Kämpfer aus mehreren bisher von ihnen beherrschten Gebieten vertrieben, darunter zwei Viertel in der nordsyrischen Großstadt Aleppo. Schließlich zogen sich die SDF-Kämpfer aus den bisher von ihnen kontrollierten Gebieten im östlichen Teil von Deir Ezzor zurück, darunter das größte syrische Ölfeld Al-Omar und das Ölfeld Al-Tanak. Die Regierung meldete zudem die Einnahme der Stadt Tabqa in Raqqa.
Im vergangenen Jahr töteten regierungsnahe Kräfte bei konfessioneller Gewalt fast 1.500 Angehörige der alawitischen Minderheit und Hunderte Drusen. Die USA bemühen sich um eine dauerhafte Waffenruhe und eine Integration der SDF, die jahrelang Washingtons wichtigster Partner in Syrien waren.
Zusammenfassung
- Die syrische Regierung und die kurdisch geführten SDF haben ihre Waffenruhe um 15 Tage verlängert, um einen US-geführten Transfer von 7.000 IS-Gefangenen aus Syrien in den Irak zu ermöglichen.
- Das neue Waffenruheabkommen sieht vor, dass die kurdische Verwaltung in Nord- und Nordostsyrien in die syrische Zentralregierung integriert wird und der syrische Staat künftig die Verantwortung für IS-Gefangene übernimmt.
- Im vergangenen Jahr wurden bei konfessioneller Gewalt fast 1.500 Alawiten und Hunderte Drusen getötet, während die USA und Frankreich den syrischen Übergangspräsidenten aufforderten, nicht in kurdisch kontrollierte Gebiete einzumarschieren.
