Virtueller 1. Mai mit Überraschungsgast Ludwig am Rathausplatz

01. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Die SPÖ feiert den 1. Mai großteils virtuell. Am Wiener Rathausplatz gab sich Bürgermeister Michael Ludwig ohne offizielle Vorankündigung bei einem Fahnenkorso trotzdem kurz die Ehre. Auch in Steyr zeigte man Fahne: Vor dem MAN-Werk wurde gegen die drohende Schließung protestiert.

Den 1. Mai feierte die SPÖ pandemiebedingt virtuell - mit einigen Ausreißern.

Parteichefin für Frühaufsteher

Den Auftakt machte Pamela Rendi-Wagner um 7:30 Uhr morgens. Da ging das Video ihrer Rede online. Die Parteichefin kritisierte die Regierung, die vielen Menschen in Österreich vieles abverlangt hätte: "Drei Rücktritte, zuletzt vom Gesundheitsminister, Streit und gegenseitige Schuldzuweisungen, Korruptionsverdacht und Chats die tief blicken lassen in den Politikbetrieb der türkisen ÖVP." Sie habe eine sehr genaue Vorstellung davon, wie das Land nach Corona aussehen solle: "Ein wirtschaftlich starkes, sozial gefestigtes und ökologisches Österreich ist möglich. Wir müssen es nur wollen. Die Wirtschaft beflügeln und für Aufschwung sorgen, der nicht nur einigen wenigen, sondern allen zugutekommt und niemanden zurücklässt, das muss das Ziel sein." Die Partei-Chefin fordert hohe Investitionen, etwa in Verkehr, Infrastruktur und neue Energiesysteme, allerdings ohne "neue Massensteuern für die breite Bevölkerung. Das ist ein Abwälzen der politischen Verantwortung."

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Ludwig als Überraschungsgast am Rathausplatz

Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hatte einen virtuellen Auftritt, erschien aber überraschend auch am Wiener Rathausplatz. Dort waren Bezirksvertreter zu einem Fahnenkorso aufmarschiert, Musiker intonierten die Internationale und Arbeiterlieder, alles unter Einhaltung des Corona-Abstandes. Die Rede Ludwigs hatte man vorher nicht offiziell angekündigt. Man wollte vermeiden, dass es zu einer Menschenansammlung kommt. 

APA - Austria Presse Agentur

Vor MAN-Werk: Trommeln gegen Schließung

In Steyr, vor dem Werkstor 1 des MAN-Werks trat die SPÖ Oberösterreich zu einer Kundgebung an, streamte aber ebenfalls live. Den Angestellten droht die Schließung und der Verlust tausender Arbeitsplätze. "Wo ein Wille, da ein Weg", gab sich Arbeiterbetriebsrat Helmut Emler kämpferisch, dass das Werk noch zu retten ist. "Was sind Abmachungen großer Unternehmen noch wert, wenn Standortsicherungsverträge einseitig aufgekündigt werden", fragte er erneut.

Superreiche und "feiger" Kurz

Parteichefin Birgit Gerstorfer verurteilte "den Vertragsbruch der Superreichen in Deutschland, die den Hals nicht voll kriegen können." Es gebe für die MAN-Mutter VW "keine wirtschaftliche Notwendigkeit, über die Schließung zu reden. MAN in Steyr ist nämlich profitabel." Der in Oberösterreich regierenden ÖVP sei dies offenbar kein Anliegen, holte sie dann Richtung Landeshauptmann Thomas Stelzer aus. Die rote Landesparteichefin vermisse bei ihm den Einsatz für den Erhalt der rund 2.300 MAN-Arbeitsplätze. Im April-Landtag habe Stelzer etwa erklärt, dass "es bitter sei, aber MAN werde schließen". Genauso wenig Engagement sieht sie bei Bundeskanzler Sebastian Kurz, dem "ist MAN wurscht und zudem ist er feig", sparte Gerstorfer nicht mit persönlichen Angriffen. 

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Quelle: Agenturen / Redaktion / lam