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Vergiftung? Abramowitsch und ukrainische Verhandler mögliche Opfer

28. März 2022 · Lesedauer 2 min

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch und mehrere ukrainische Vertreter sind offenbar nach einem gemeinsamen Treffen erkrankt. Die Symptome deuten laut mehreren Medien auf eine Vergiftung hin. Die ukrainischen Teilnehmer weisen die Berichte zurück.

Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, sollen der russische Oligarch Roman Abramowitsch und ukrainische Vertreter nach einem gemeinsamen Treffen in Kiew nach Kriegsbeginn - am 3. und 4. März - Vergiftungserscheinungen aufgewiesen haben.

Abramowitsch pendelte angeblich mit Erlaubnis Moskaus zwischen Lviv, Moskau und anderen Verhandlungsorten, um hochrangige Vertreter des ukrainischen Verhandlungsteams zu treffen. Abramowitsch und die ukrainischen Verhandler sollen demnach rote und schmerzhaft tränende Augen sowie schälende Haut im Gesicht und auf den Händen gehabt haben. Welches mögliche Gift in Frage kommt, ist unbekannt.

Ukraine weist Berichte zurück

In der Ukraine haben Teilnehmer an den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit Russland die Berichte aber zurückgewiesen, sie seien vergiftet worden. Alle Mitglieder der Verhandlungsgruppen würden normal arbeiten, sagte der ukrainische Unterhändler Mychajlo Podoljak örtlichen Medien zufolge am Montag. 

Die Rechercheplattform "Bellingcat" sprach von drei Betroffenen auf der ukrainischen Seite. Nach Informationen des "Guardian" sei Abramowitsch gar für einige Stunden vorübergehend erblindet und dann in der Türkei behandelt worden.

 

Die Informanten des "Wall Street Journals" machen Moskau für die mutmaßliche Vergiftung verantwortlich und sprechen von einem Versuch, die Gespräche zu sabotieren. Eine Person aus dem Umfeld Abramowitschs sagte, es sei unklar, wer die Verhandler ins Visier genommen habe. Reuters bestätigte den Vorfall unter Berufung auf einen Insider – demnach wollte sich Abramowitsch davon nicht aufhalten lassen. Der Zustand von Abramowitsch und den Ukrainern hätte sich seither verbessert, ihr Leben ist laut dem Bericht nicht mehr in Gefahr.

Der Kreml wollte den Bericht auf Nachfrage des "Wall Street Journals" bislang nicht kommentieren.

Quelle: Redaktion / koa