puls24.at

US-Botschafter zeigt neue Landkarte von Marokko

13. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Die US-Regierung hat ihre neue offizielle Landkarte des Königreichs Marokko präsentiert, die nun auch das völkerrechtlich umstrittene Gebiet der Westsahara enthält. US-Botschafter David Fischer stellte die Karte laut einem Tweet der Botschaft in Rabat am Samstagabend vor. Die Karte sei eine "greifbare Darstellung" der Ankündigung von Präsident Donald Trump, die Souveränität Marokkos über die Westsahara anzuerkennen. Marokkos König Mohammed VI. soll sie als Geschenk erhalten.

Die Westsahara ist eine dünn besiedelte Wüstenregion an der nordafrikanischen Atlantikküste. Dort leben rund 580.000 Menschen auf einer Fläche, die etwa der Größe Italiens entspricht. Marokko war dort einmarschiert und kontrolliert große Teile des Gebiets, was international aber nicht anerkannt wird. Auch Österreich sieht nach dem Alleingang der US-Regierung keine Veranlassung zu einer Haltungsänderung.

Die von Algerien unterstützte Befreiungsbewegung Polisario strebt in der Westsahara seit Jahrzehnten nach Unabhängigkeit. Marokko möchte der Region aber nur Autonomie zugestehen. Die Westsahara hat große Phosphatvorkommen und vor der Küste reiche Fischgründe sowie womöglich Öl.

Trump hatte in einem umstrittenen Schritt zugesagt, Marokkos Souveränität über das Gebiet anzuerkennen. Gleichzeitig will Marokko seine Beziehungen zu Israel normalisieren. Das Königreich folgt damit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und dem Sudan, die ebenfalls die diplomatische Annäherung an Israel angekündigt hatten.

In der Westsahara gilt seit 1991 ein Waffenstillstand, der von einer UNO-Mission (MINURSO) überwacht wird. Österreich beteiligt sich mit derzeit fünf Offizieren an dem Einsatz. Im November hatten die Spannungen in der Region nach einer marokkanischen Militäroperation zugenommen.

Die Vereinten Nationen haben in dem Streit ein Referendum vorgeschlagen, aber es ist strittig, wer daran teilnehmen dürfte. Während Marokko das Gebiet durch massiven Bevölkerungstransfer an sich zu binden versucht, leben rund 100.000 Saharauis seit Jahrzehnten in Lagern in der algerischen Sahara.

Quelle: Agenturen