Von der Leyen: Übergewinnsteuer soll 140 Milliarden Euro bringen

14. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der EU eine Übergewinnsteuer für alle Stromerzeuger gefordert. Sie soll EU-weit mehr als 140 Milliarden Euro einbringen.

Bei ihrer Rede zur Lage der EU hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Gesetzesentwurf angekündigt, der Übergewinne von Stromerzeugern - sowohl Gas- und Ölkonzerne, aber auch Produzenten von erneuerbarer Energie - abschöpfen soll. "Unser Vorschlag wird mehr als 140 Milliarden Euro für die Mitgliedstaaten bringen, um die Not unmittelbar abzufedern", sagte von der Leyen.

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Keine Aufhebung von Sanktionen

Russland kann nach den Worten der EU-Kommissionschefin auf absehbare Zeit nicht mit einer Aufhebung der EU-Sanktionen rechnen. "Ich möchte keinen Zweifel daran lassen, dass die Sanktionen von Dauer sein werden", sagte die Deutsche am Mittwoch bei ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union in Straßburg. Moskau trage die Verantwortung dafür, dass die russische Wirtschaft den Anschluss verliere.

"Dies ist der Preis für Putins Spur des Todes und der Vernichtung." Die Strafmaßnahmen der EU gegen Russland seien die schärfsten Sanktionen, die die Welt je gesehen habe. Zur Unterstützung der Ukraine will von der Leyen erneut in das von Russland angegriffene Land reisen. Sie werde noch an diesem Mittwoch für Gespräche mit Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Kiew reisen, sagte die deutsche Politikerin im Straßburger Europaparlament. Man müsse darauf hinarbeiten, dass die Ukraine einen Zugang zum europäischen Binnenmarkt habe und umgekehrt.

Ukrainische First Lady im EU-Parlament

Es wäre bereits von der Leyens dritte Reise in die Ukraine seit Russland das Land am 24. Februar angegriffen hatte. Im April besuchte sie unter anderem den Kiewer Vorort Butscha, in dem kurz zuvor Kriegsverbrechen öffentlich geworden waren. Im Juni sprach sie mit Selenskyj und Ministerpräsident Denys Schmyhal in Kiew über noch offene Punkte des ukrainischen EU-Aufnahmegesuchs. Mittlerweile haben die 27 EU-Staaten der Ukraine den Status als EU-Kandidat erteilt.

Im Plenum des EU-Parlaments war auch Selenskyjs Ehefrau, Olena Selenska, anwesend. Sie wurde mit viel Applaus begrüßt.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos