UNO warnt vor Verschlimmerung der Hungerkrise

06. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Wegen des Ukraine-Krieges, der Corona-Pandemie und Klimaveränderungen hat sich der Ausblick der Vereinten Nationen zur weltweiten Nahrungsmittelkrise weiter verschlechtert. Besonders schlimm ist die Lage laut Bericht in Äthiopien, Nigeria, dem Südsudan und Jemen, wo die höchste Hunger-Warnstufe gilt. Seit dem vergangenen Report im Jänner kamen noch Afghanistan und Somalia zu dieser Kategorie hinzu. Rund 750.000 Menschen droht damit der Hungertod.

Schlechte Prognosen sieht die UNO etwa auch für die Demokratische Republik Kongo, Haiti, den Sudan und Syrien. Ein neues Hotspot-Land ist außerdem die vom russischen Angriffskrieg heimgesuchte Ukraine.

Betroffen seien 20 sogenannte Hunger-Hotspots, in denen sich die Lage zwischen Juni und September dieses Jahres verschlechtern könnte. Millionen Familien, die bisher ihren Kopf noch über Wasser halten konnten, würden erdrückt, sagte der Direktor des Welternährungsprogramms, David Beasley. "Wir sind zutiefst beunruhigt über die kombinierten Auswirkungen von sich überlappenden Krisen, die die Fähigkeit der Menschen gefährden, Lebensmittel zu produzieren und Zugang zu ihnen zu bekommen", sagte der Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, Qu Dongyu, am Montag in Rom.

Der Krieg in dem osteuropäischen Land habe zu einem weiteren Anstieg der Nahrungsmittel- und Energiepreise geführt, was die Wirtschaften aller Regionen beeinträchtige. Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie lasteten auf den Volkswirtschaften und führten zu Lohnverlusten bei den Ärmsten. Klimaphänomene wie La Niña könnten sich 2022 weiter verstärken und mehr Menschen in akuten Hunger treiben. Hinzu kämen unerwartete Dürren in Ostafrika und andererseits Fluten, die etwa im Südsudan die Menschen von ihren Wohnorten vertreiben. Die UNO fordert nun, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um Katastrophen zu verhindern.

Quelle: Agenturen