APA - Austria Presse Agentur

Umweltschützer geben Europa Mitschuld an Amazonasbrand

11. Sept 2020 · Lesedauer 1 min

Umweltaktivisten von Greenpeace haben der EU bei Protestaktionen in Brüssel und Paris Mitschuld an den verheerenden Bränden im Amazonas vorgeworfen - durch den Kauf von Waren aus gerodeten Gebieten. Die Fassade der EU-Kommission verhängten sie am Freitag mit einem 30 Meter langen Transparent.

Das Design des Transparents war an die Fassade des Kommissionsgebäudes angelehnt, zeigte in der Mitte aber ein Bild des Waldbrands in einem vermeintlichen Brandloch. Die Umweltschützer setzten auch Nebelmaschinen und falsche Asche ein. Auf dem Banner stand: "Amazonasbrände - Europa schuldig". Auch vor dem Amtssitz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris hatten Greenpeace-Aktivisten demonstriert.

Die EU-Waldbeauftragte von Greenpeace, Sini Eräjää, sagte: "Die Amazonasfeuer sind vielleicht weit weg, aber Europa hat Öl in die Flammen geworfen." Durch den Kauf von Waren aus gerodeten Gegenden sei Europa mitverantwortlich für die Zerstörung des Amazonas und weiterer Ökosysteme. Greenpeace fordert weiterreichende Regeln, nach denen in der EU keine Produkte mit Verbindung zu Menschenrechtsverletzungen, Wald- oder Ökosystemzerstörung verkauft werden dürfen.

Nach verheerenden Bränden im vergangenen Jahr steht der Amazonas auch jetzt an vielen Stellen in Flammen. In den ersten Septembertagen wurden im brasilianischen Amazonasgebiet rund 1000 Brände registriert, wie aus den Daten des Weltrauminstituts Inpe hervorgeht. Im August waren es fast 30 000 Brände gewesen.

Quelle: Agenturen