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Ukrainisches Volk mit Sacharow-Preis geehrt

13. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Das ukrainische Volk ist am Mittwoch in Straßburg mit dem renommierten Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet worden. Stellvertretend für ihre Landsleute nahmen drei Ukrainerinnen und Ukrainer den Preis entgegen, die sich für die Zivilgesellschaft engagieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war bei der Verleihung per Video zugeschaltet und rief zu einer Schweigeminute für die Opfer des russischen Angriffskrieges gegen sein Land auf.

"Wir müssen jetzt handeln und nicht auf das Ende des Krieges warten, um all diejenigen vor Gericht zu bringen, die diesen Krieg entfesselt haben, und um eine Wiederholung der Aggression zu verhindern. Dies wird der wirksamste Schutz der Freiheit, der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und anderer gemeinsamer Werte sein, die insbesondere durch diese Auszeichnung des Europäischen Parlaments verkörpert werden", sagte Selenskyj.

Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sagte: "Ich weiß, dass die tapferen Menschen in der Ukraine nicht aufgeben werden und wir werden das genauso wenig tun." Sie erinnerte bei der Gelegenheit auch an den Preisträger aus dem vergangenen Jahr, den im russischen Straflager inhaftierten Alexej Nawalny. Die Sacharow-Preisträger, die immer noch den Preis für ihre Freiheit zahlen müssten, würden nicht vergessen.

Der Sacharow-Preis wird seit 1988 vom Europäischen Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Nominiert waren in diesem Jahr auch der Wikileaks-Gründer Julian Assange und die kolumbianische Wahrheitskommission.

"Das Europa-Parlament zeigt mit dem heurigen Sacharow-Preis für geistige Freiheit einmal mehr, dass es auf der Seite des Friedens steht und entschieden gegen den Krieg und Versuche der Spaltung Europas auftritt", sagte der ÖVP-Europaabgeordnete Christian Sagartz, Vize-Vorsitzender des Menschenrechts-Ausschusses. Die Europäische Volkspartei im Europaparlament habe die Ukraine für den EU-Menschenrechtspreis nominiert. "Denn die mutigen Ukrainerinnen und Ukrainer kämpfen nicht nur für ihre Heimat und ihre Unabhängigkeit, sondern auch für die europäischen Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit."

Die SPÖ-EU-Abgeordnete Theresa Muigg, Mitglied im Menschenrechts-Ausschuss, betonte: "Dieser Preis soll nicht nur einen symbolischen Wert haben, sondern ist für mich auch mit dem Auftrag verbunden, dass wir uns als EU besonders an der Aufklärung russischer Kriegsverbrechen beteiligen und uns für den Schutz vor Krieg geflüchteter Menschen aus der Ukraine starkmachen."

Der Sacharow-Preis wird seit 1988 vom Europäischen Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Im vergangenen Jahr ging er an den inhaftierten Kremlkritiker Alexej Nawalny. Nominiert waren in diesem Jahr auch der Wikileaks-Gründer Julian Assange und die kolumbianische Wahrheitskommission.

Quelle: Agenturen