Ukraine wirft Ungarn und Slowakei Erpressung vor
Ungarn und die Slowakei haben der Ukraine mit einem Stromlieferstopp gedroht, weil sie kein russisches Öl mehr durch die "Druschba"-Leitung des benachbarten Transitlandes erhalten. Außenminister Sybiha sagte, dass die Regierungen in Budapest und Bratislava ihre Beschwerden an den Kreml richten sollten - und nicht an Kiew.
Die "Druschba"-Pipeline sei durch die russischen Angriffe beschädigt, die Reparaturarbeiten seien trotz der Gefahr von Raketenangriffen im Gange, hieß es in einer Mitteilung des ukrainischen Ministeriums. Kiew kritisierte, dass Bratislava und Budapest den Ukrainern ausgerechnet während der extremen Kälteperiode Strom, Heizung und Gas vorenthalten wollten.
"Damit spielen die Regierungen Ungarns und der Slowakei nicht nur dem Aggressor in die Hände, sondern schaden auch ihren eigenen Energieunternehmen, die Energie auf kommerzieller Basis liefern", hieß es. "Die Ukraine hat auch alternative Wege zur Lösung der Frage der Versorgung dieser Länder mit nicht-russischem Öl vorgeschlagen", teilte das Ministerium weiter mit.
Ungarn und die Slowakei erhalten anders als andere EU-Staaten trotz westlicher Sanktionen weiter das vergleichsweise billige russische Öl und sind von der Leitung abhängig. Sie beschuldigen die ukrainische Führung, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verhindern.
Die Ukraine kämpft international gegen Russlands Ölhandel, weil die Rohstoffgroßmacht mit dem Energieverkauf auch ihren Krieg gegen das Nachbarland finanziert. Kiew wehrt sich inzwischen seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. An diesem Dienstag (24. Februar) geht die russische Invasion in ihr fünftes Jahr.
Zusammenfassung
- Die Ukraine wirft Ungarn und der Slowakei vor, im Streit um Energielieferungen Erpressung und Provokation zu betreiben, nachdem beide Länder mit einem Stromlieferstopp an Kiew gedroht haben.
- Grund für die Drohungen ist, dass Ungarn und die Slowakei wegen russischer Angriffe kein Öl mehr durch die wichtige Druschba-Pipeline erhalten und die Ukraine die Reparaturarbeiten trotz Raketenangriffen fortsetzt.
- Kiew erwägt, wegen der aktuellen Lage den EU-Frühwarnmechanismus zu aktivieren, und schlägt alternative Wege zur Versorgung der beiden Länder mit nicht-russischem Öl vor.
