Ukraine: Pro-russischer Oligarch Medwedtschuk festgenommen

12. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Ukrainische Spezialeinheiten haben den Putin-nahen ukrainischen Oligarchen Wiktor Medwedtschuk festgenommen. Das teilte Präsident Selenskyj über soziale Medien mit.

Der ukrainsiche Geheimdienst hat offenbar den Oligarchen und pro-russischen Oppositionspolitiker Wiktor Medwedtschuk festgenommen. Der Politiker war vor dem russischen Angriffskrieg wegen Hochverrats angeklagt und unter Hausarrest gestellt worden. Dem 67-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, ukrainische Militärgeheimnisse an Moskau weitergegeben zu haben. Kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar war er untergetaucht.

Am Dienstag präsentierte der urkainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Foto Medwedtschuks auf seinem Telegram-Kanal. Medwedtschuk trägt eine ukrainische Uniform und ist mit Handschellen gefesselt.

Auch der Twitter-Account des ukrainischen Generalstabs zeigt Medwedtschuk in Handschellen. Er wird als "pro-russischer Politiker, der jahrelang für den Aggressorstaat gearbeitet hat", bezeichnet.

Der schwerreiche Geschäftsmann zählt den russischen Staatschef zu seinen persönlichen Freunden. Putin ist laut Medwedtschuk Patenonkel seiner jüngsten Tochter. Als Abgeordneter leitete er die wichtigste pro-russische Oppositionsgruppe in der Ukraine. Die Vorwürfe gegen ihn weist er als politisch motiviert zurück.

Putin hatte im vergangenen Jahr verärgert auf das Vorgehen der Behörden gegen Medwedtschuk reagiert. Dessen angebliche Festnahme wollte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nun nicht kommentieren. "Es kommen gerade viele Falschinformationen aus der Ukraine", sagte er zu russischen Medien. "Das muss erst geprüft werden."

Hätte wohl Putins Marionettenpräsident werden sollen

Laut westlichen Geheimdiensten war der ursprüngliche Plan Putins, nach der Einnahme Kiews eine pro-russische Regierung, wohl unter der Führung Medwedtschuks einzusetzen. Auch Russland-Experte Gerhard Mangott ging seinerzeit im PULS 24 Interview von diesem Plan aus.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos