Ukraine: IAEA-Experten werden in Kiew erwartet

29. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Die IAEA-Experten werden nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums am Montag in Kiew erwartet. Sie seien aus Wien aufgebrochen, postete ein Ministeriumssprecher auf Facebook.

Es werde erwartet, dass sie die Inspektion des russisch besetzen Kernkraftwerks Saporischschja "in den kommenden Tagen" aufnehmen. "Wir müssen die Sicherheit der größten ukrainischen und europäischen Nuklearanlage gewährleisten", twitterte Rafael Grossi, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde.

Die US-Regierung begrüßte die IAEA-Inspektion des Atomkraftwerks. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte: "Wir freuen uns, dass das Team auf dem Weg ist, um die Sicherheit und den Schutz der dortigen Systeme zu überprüfen und die Arbeitsbedingungen des Personals zu evaluieren." Er appellierte an Russland, den Inspektoren einen sicheren und ungehinderten Zugang zu gewähren.

Gegenseitige Anschuldigungen

Unterdessen warfen sich die Ukraine und Russland erneut gegenseitig vor, Angriffe rund um das AKW fortzusetzen. Auch in der ostukrainischen Region Donezk gingen die Kämpfe weiter. Die von Russland eingesetzten Behörden im Osten der Ukraine erklären einem Agenturbericht zufolge, sie würden für die Sicherheit der internationalen Experten-Delegation bei deren geplanten Inspektion des Atomkraftwerks Saporischschja sorgen. Die Verwaltung in der Region teilte mit, sie sei über Einzelheiten der Visite nicht informiert, berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS weiter.

Das Atomkraftwerk wurde nach Angaben der russischen Besatzungstruppen erneut beschossen und beschädigt. "Die nationalen Verbände der ukrainischen Streitkräfte schießen mit Artillerie dicht neben die Reaktorblöcke des AKW Saporischschja", teilte die russische Militärverwaltung der Stadt Enerhodar im Süden der Ukraine der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Montag mit. Laut diesen Angaben wurde dabei sogar ein Gebäude beschädigt, in dem atomarer Brennstoff lagerte.

Sorgen um Stromversorgung

Die ukrainische Regierung erklärte ihrerseits, russische Truppen setzen ihre Angriffe auf die Stadt Enerhodar fort, in der das AKW liegt. "Sie provozieren und versuchen, die Welt zu erpressen", schrieb der Generalstabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, auf Twitter. Die Berichte lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Besonders besorgt sind Experten in und außerhalb der IAEA über die Stromversorgung des AKW, mit dem die Kühlung des Nuklearmaterials betrieben wird. Von vier Stromleitungen war zuletzt nur noch eine intakt. Bisher ist in Saporischschja keine Radioaktivität ausgetreten. Laut IAEA sind in den vergangenen Monaten jedoch alle Prinzipien der Anlagen-Sicherheit verletzt worden.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / lam