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Ukraine: Bis Sonntag 1,5 Millionen Flüchtlinge möglich

05. März 2022 · Lesedauer 2 min

Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge könnte nach Einschätzung des UNO-Flüchtlingshochkommissariats bis zum Ende des Wochenendes auf 1,5 Millionen ansteigen.

Gegenwärtig seien es 1,3 Millionen, sagt UNHCR-Chef Filippo Grandi der Nachrichtenagentur Reuters. In Deutschland sind bisher 27.491 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine registriert worden, teilte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums am Samstag mit. Die deutsche Polizeigewerkschaft fordert Grenzkontrollen.

Polizeigewerkschaft will Grenzkontrollen

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert angesichts vieler Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine reguläre Kontrollen an den deutschen Grenzen zu Polen und Tschechien. "Niemand denkt daran, Menschen abzuweisen, die über die Grenze jetzt nach Polen und dann weiter nach Deutschland einreisen. Nur nimmt die Hilfsbereitschaft Schaden, wenn wir nicht wissen, wer zu uns kommt", schrieb der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt in einer Erklärung, die auf der Website der Polizeigewerkschaft veröffentlicht ist.

Das Innenministerium in Berlin wies darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine deutlich höher sein könnte, da die Daten der Bundespolizei auch wegen nicht existierender Grenzkontrollen nur einen Teil der Geflüchteten abbilden würden. "Da keine Grenzkontrollen stattfinden, kann die Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge tatsächlich bereits wesentlich höher sein", hieß es dazu.

In Österreich ist Zahl überschaubar

Die Zahl der vor dem russischen Aggressionskrieg aus der Ukraine Flüchtenden bleibt in Österreich vorerst überschaubar. Wie das Innenministerium auf APA-Anfrage bekannt gab, kommen täglich rund 4.000 Menschen aus der Region hierzulande an. Die allerwenigsten davon wollen im Land bleiben. 80 Prozent reisen in andere Staaten weiter.

Erste ukrainische Flüchtlinge in Wien

Einen entsprechenden Beschluss dazu hatten die EU-Staaten am Freitag einstimmig angenommen. Damit tritt erstmals eine Richtlinie für den Fall eines "massenhaften Zustroms" von Vertriebenen in Kraft. Der Schutz für die Menschen aus der Ukraine gilt zunächst für ein Jahr, kann jedoch um insgesamt zwei weitere Jahre verlängert werden. Ein langwieriges Asylverfahren ist damit nicht nötig. Zudem haben die Schutzsuchenden unmittelbar unter anderem das Recht auf Sozialleistungen, Bildung, Unterkunft sowie auf eine Arbeitserlaubnis.

Quelle: Agenturen / koa