Türkei: Athen vernachlässigt osmanisches Erbe auf Akropolis
Diese würden nach Ansicht des englischsprachigen Mediums gewisse Aspekte des historischen Burgbergs der griechischen Hauptstadt, darunter osmanische Bauwerke und Artefakte, von der Bedeutung her nicht gleichwertig einstufen. Unter Berufung auf nicht näher ausgewiesene Experten kritisiert der Artikel zudem den Zustand einiger osmanischer Denkmäler in Athen sowie die Umwidmung oder Schließung historischer Moscheen. Weiters wurde bemängelt, osmanische Grabstätten und Fundstücke im Umfeld der Akropolis seien unzureichend erhalten oder ausgestellt. Zudem sei Athen die einzige europäische Hauptstadt ohne funktionierende Moschee.
Griechische Behörden weisen diese Darstellung zurück und verweisen auf eine seit mehreren Jahren aktive moderne Moschee in der Stadt. Aus Athener Regierungskreisen wurde weiters betont, dass die Akropolis als UNESCO-Weltkulturerbe einen klar definierten historischen Schwerpunkt habe.
Die Existenz und historische Bedeutung osmanischer Monumente werde jedoch keineswegs bestritten, ihre Verwaltung erfolge jedoch im Rahmen allgemeiner kulturhistorischer Kriterien, wie sie auch in anderen europäischen Ländern angewandt würden. Griechische Medien bewerteten den Bericht als Teil einer anhaltenden medialen Auseinandersetzung zwischen Griechenland und der Türkei über Fragen kultureller Darstellung und historischer Interpretation.
Streit um Ressourcen und Hoheitsrechte in der Ägäis
Die Türkei und Griechenland streiten seit geraumer Zeit über Naturressourcen wie Erdgas- und Kohlenwasserstoffvorkommen, die im östlichen Mittelmeer und in der Ägäis gefunden wurden, sowie über Seehoheitsrechte. Zudem beschuldigt Griechenland die Türkei, ihre militärische Präsenz in der selbst ernannten Türkischen Republik Nordzypern bedrohlich auszubauen.
Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention de facto zweigeteilt. Im Norden existiert die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die international anerkannte Regierung der EU-Inselrepublik in Nikosia kontrolliert den Süden.
Zusammenfassung
- Ein regierungsnahes türkisches Nachrichtenportal wirft Athen vor, auf der Akropolis das osmanische Erbe zu vernachlässigen und neue Besucherrouten vor allem auf die Antike auszurichten.
- Griechische Behörden betonen, dass die Akropolis als UNESCO-Weltkulturerbe einen klaren historischen Schwerpunkt habe und osmanische Monumente nach internationalen Standards verwaltet werden.
- Der Streit um das kulturelle Erbe reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und der Türkei ein, die auch Ressourcen- und Hoheitsfragen in der Ägäis sowie die Teilung Zyperns betreffen.
