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Tschernobyl: Bisher keine Gefahr für Österreich

09. März 2022 · Lesedauer 2 min

Durch die Notabschaltung des Stroms im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl wurde von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Möglichkeit einer Freisetzung von radioaktivem Material nicht bestätigt, berichtete die Strahlenschutzabteilung des Klimaschutzministeriums in Wien in einem Statement.

"Für Österreich besteht keine Gefahr und es sind keine weiteren Veranlassungen in Österreich erforderlich", hieß es.

Genaue Beobachtung der Lage

"Die Strahlenschutzabteilung des Klimaschutzministeriums beobachtet die Lage in der Ukraine genau und ist in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und der Internationalen Atomenergie Organisation", berichtete das Ministerium. Die ukrainische Aufsichtsbehörde habe auf Social Media verlautbart, dass es am Mittwoch um 11.22 Uhr zu einer Notabschaltung der 750-kV-Freileitung Kyivska-UA gekommen ist. Die IAEA habe diese Information auch bestätigt.

Frühwarnsysteme würden anschlagen 

Die Strahlenfrühwarnsysteme in der Ukraine und in Österreich zeigen laut Ministerium keine erhöhten Messwerte. Im Falle einer Notabschaltung seien Notstrom-Dieselgeneratoren an Ort und Stelle, um sicherheitskritische Systeme der Anlage mit Strom zu versorgen. Bei störungsfreiem Betrieb würden diese Dieselgeneratoren zunächst für 48 Stunden reichen. Auch danach können die Generatoren weiter mit Diesel betrieben werden, versicherte das österreichische Klimaschutzministerium. "Auch bei einem kompletten Ausfall der Stromversorgung würde es im schlimmsten Fall Tage bis zu einer möglichen Freisetzung radioaktiver Stoffe dauern. In jedem Fall wäre durch eine mögliche radiologische Freisetzung nur die unmittelbare Umgebung in der Ukraine und in Belarus betroffen."

IAEA fordert bessere Arbeitsbedingungen

Die IAEA hatte zuvor schon beklagt, dass das durch die Katastrophe von 1986 bekannte ehemalige AKW zunehmend von der Außenwelt abgeschnitten sei. Der Behörde zufolge sind 210 Techniker und lokale Sicherheitsmitarbeiter seit fast zwei Wochen ununterbrochen im Dienst, weil es unter russischer Kontrolle keinen Schichtwechsel mehr gegeben habe. Sie hätten zwar Wasser und Nahrung, aber ihre Lage verschlechtere sich immer mehr. Außerdem habe die IAEA keine Verbindung mehr zu ihren Überwachungsgeräten, die sicherstellen, dass alles Nuklearmaterial an seinem Platz ist.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj