APA - Austria Presse Agentur

Trump kündigte Mobilisierung der Armee an

02. Juni 2020 · Lesedauer 3 min

Seit sieben Tagen kommt es in vielen US-Städten zu Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd. US-Präsident Trump kündigte nun die Mobilisierung aller verfügbaren zivilen und militärischen Kräfte der Regierung an.

US-Präsident Donald Trump will die Unruhen in den USA notfalls mit militärischer Gewalt stoppen. Begleitet von Protesten und chaotischen Szenen vor dem Weißen Haus kündigte Trump dafür am Montagabend die Mobilisierung der Armee an.  "Wir beenden die Unruhen und die Gesetzlosigkeit, die sich in unserem Land ausgebreitet haben", sagte Trump bei seiner Ansprache im Weißen Haus. Er fügte hinzu: "Wenn eine Stadt oder ein Bundesstaat sich weigern, Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um das Leben und den Besitz ihrer Bürger zu schützen, dann werde ich das Militär der Vereinigten Staaten einsetzen und das Problem schnell für sie lösen."

Trump droht mit Einsatz des US-Militärs

Floyd laut Autopsie durch Polizeigewalt gestorben

Eine Woche nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in der US-Großstadt Minneapolis hat die offizielle Autopsie bestätigt, dass er durch von der Polizei angewendete Gewalt ums Leben kam. Todesursache sei ein Herz-Kreislauf-Stillstand infolge von "Druck auf den Nacken" während eines Polizeieinsatzes, heißt es in dem Autopsiebericht, der am Montag veröffentlicht wurde.

Kurz zuvor war das Ergebnis einer Autopsie veröffentlicht worden, die Floyds Angehörige in Auftrag gegeben hatten. Diese stellte "Erstickung durch anhaltenden Druck als Todesursache" fest. Druck auf Floyds Nacken habe die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen, Druck auf Floyds Rücken habe eine Ausweitung der Lunge verhindert, sagte Anwalt Ben Crump am Montag in Minneapolis. Der von der Familie beauftragte Mediziner Michael Baden wies unter anderem die behördlichen Angaben zu Vorerkrankungen der Herzkranzgefäße bei Floyd zurück.

Polit-Experte Sengl über die Protestwelle in USA

Proteste in USA halten an

Seit einer Woche finden in vielen US-Metropolen wie Washington oder New York Proteste gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit statt. Teilweise sind die Demonstrationen in Auschreitungen und Plünderungen ausgeartet. Über 40 Städte haben nächtlich Ausgangssperren verhängt, die von den Protestierenden aber gebrochen werden. Dienstagnacht sollen zwei Menschen bei Protesten in Cicero, einem Vorort von Chicago, ums Leben gekommen sein. 

In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri wurden bei Protesten nach Polizei-Angaben vier Beamte von Schüssen getroffen. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht, wie die Polizei auf "Twitter" mitteilte. Die Verletzungen seien ersten Angaben zufolge aber nicht lebensbedrohlich. 

Auch in New York - der größten Stadt in den USA - wurde nach erneuten teils gewaltsamen Protesten eine nächtliche Ausgangssperre ab 23.00 Uhr von Bürgermeister Bill de Blasio verhängt. Im Stadtteil Brooklyn marschierten nach Angaben eines "CNN"-Reporters, der die Demonstranten begleitete, Tausende Menschen auch nach der Ausgangssperre. Im New Yorker Stadtteil Manhattan kam es erneut zu Plünderungen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. 

Plünderungen in New York

Quelle: Agenturen / apb