APA/APA/AFP/JIM WATSON

Trump: Indien will auf russisches Öl verzichten

02. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Die USA und Indien haben nach Angaben beider Seiten Handelsstreitigkeiten beigelegt und gegenseitige Zollsenkungen vereinbart. Indien habe zugesagt, kein russisches Öl mehr zu kaufen und stattdessen mehr aus den USA und möglicherweise aus Venezuela zu beziehen, teilte Trump am Montag mit. Er äußerte sich auf seiner Plattform Truth Social nach einem Telefonat mit dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi.

Dieser erklärte auf X, die USA wollten ihre Zölle für indische Waren auf 18 Prozent senken. Nach Angaben des Weißen Hauses streicht die US-Regierung einen im August verhängten Strafzoll von zusätzlich 25 Prozent, mit dem die USA Indien wegen seines Ölbezugs aus Russland unter Druck gesetzt hatten. Zudem werde der allgemeine Zoll für indische Einfuhren von 25 auf 18 Prozent gesenkt.

"Aus Freundschaft und Respekt für Ministerpräsident Modi und auf seine Bitte hin haben wir mit sofortiger Wirkung einem Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Indien zugestimmt, im Rahmen dessen die Vereinigten Staaten einen reduzierten gegenseitigen Zoll erheben und diesen von 25 auf 18 Prozent senken werden", schrieb Trump. Modi habe zudem zugesagt, dass Indien US-Produkte aus den Bereichen Energie, Technologie und Landwirtschaft sowie weitere Waren im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar kaufen werde.

Der US-Präsident hatte bereits im Oktober verkündet, Modi habe ihm versichert, dass sein Land kein Öl mehr aus Russland kaufen werde. Indien zeigte sich damals zu höheren Energieimporten aus den USA bereit, ließ aber offen, ob es seine umstrittenen Öleinfuhren aus Russland stoppen wird. Auch dieses Mal äußerte sich der indische Premierminister auf der Plattform X zwar erleichtert, dass die Zölle sinken sollen, ließ aber erneut im Unklaren, ob Indien tatsächlich kein Öl mehr aus Russland beziehen wird.

Beide betonten ihre gegenseitige Freundschaft. Die Führungsrolle Trumps sei entscheidend für globalen Frieden, Stabilität und Wohlstand, schrieb Modi. "Indien unterstützt seine Bemühungen um Frieden voll und ganz." Er freue sich darauf, eng mit ihm zusammenzuarbeiten, um die Partnerschaft auf ein noch nie da gewesenes Niveau zu heben.

Was für Zölle Trump gegen Indien verhängt hatte

Trump hatte die Regierung in Neu-Delhi zuvor mehrfach wegen ihrer Ölgeschäfte mit Moskau kritisiert - und Importe aus Indien deshalb auch im August mit zusätzlichen Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent belegt. Bereits zuvor hatte er sogenannte reziproke Zölle gegen Indien in Höhe von 25 Prozent verhängt - auf diese bezieht sich Trump in seinem Post.

Seine Ankündigung zur Reduzierung der "reziproken Zölle" erfolgte nun einige Tage nach der Erklärung Indiens und der EU, dass sie ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hätten. Das wurde auch vor dem Hintergrund der aggressiven Handels- und Zollpolitik Trumps als geopolitisch bedeutsamer Schritt gewertet.

Zusammenfassung
  • Die USA und Indien haben sich auf eine gegenseitige Senkung der Zölle geeinigt, wobei die US-Zölle für indische Waren von 25 auf 18 Prozent gesenkt und ein zusätzlicher Strafzoll aus dem August aufgehoben wird.
  • Indien hat laut Trump zugesagt, künftig kein Öl mehr aus Russland zu kaufen und stattdessen mehr Energie aus den USA und möglicherweise Venezuela zu importieren, wobei der indische Premierminister dies jedoch nicht eindeutig bestätigte.
  • Indien will US-Produkte aus den Bereichen Energie, Technologie und Landwirtschaft sowie weitere Waren im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar erwerben, was beide Seiten als Zeichen ihrer engen wirtschaftlichen und politischen Partnerschaft werten.