puls24.at

Trauer um Grazer Liturgiewisschenschafter Harnoncourt

26. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

Der Grazer Liturgiewissenschafter und Ökumeniker Philipp Harnoncourt ist tot. Laut der Diözese Graz-Seckau starb der Theologe und frühere Grazer Ordinarius für Liturgiewissenschaft an der Uni Graz im Alter von 89 Jahren in der Nacht auf Dienstag in Grundlsee. Philipp de la Fontaine und d' Harnoncourt-Unverzagt wurde am 9. Februar 1931 in Berlin geboren und war ein Ururenkel von Erzherzog Johann.

Der Grazer Liturgiewissenschafter und Ökumeniker Philipp Harnoncourt ist tot. Laut der Diözese Graz-Seckau starb der Theologe und frühere Grazer Ordinarius für Liturgiewissenschaft an der Uni Graz im Alter von 89 Jahren in der Nacht auf Dienstag in Grundlsee. Philipp de la Fontaine und d' Harnoncourt-Unverzagt wurde am 9. Februar 1931 in Berlin geboren und war ein Ururenkel von Erzherzog Johann.

Eines seiner sechs Geschwister war der Dirigent Nikolaus Harnoncourt. Nach Theologiestudien in Graz und München wurde Harnoncourt 1954 zum Priester geweiht. 1963 gründete er die Abteilung Kirchenmusik an der Grazer Kunstuniversität und war bis 1972 deren Leiter. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung (1999) war Harnoncourt Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Graz und seit 1973 Vorstand des Instituts für Liturgiewissenschaft, christliche Kunst und Hymnologie.

"Als meinen Lehrer für Liturgie verdanke ich ihm viel: In Einfachheit hat er - gepackt von der Schönheit des Gottesdienstes - mir und vielen Freude am gemeinsamen Feiern geweckt", hob der Bischof der Diözese Graz-Seckau, Wilhelm Krautwaschl, am Dienstag hervor. "Philipp Harnoncourt war als Mensch und Christ, Priester, ungemein engagierter Seelsorger und hoch angesehener Wissenschafter ein Mann von allseits herausragendem Format", hielt Altbischof Egon Kapellari fest.

Die Nachricht des Ablebens von Harnoncourt bewegte auch die Evangelische Kirche in der Steiermark: "Der nun Heimgegangene hatte ein feines Gehör für die Vielstimmigkeit in der Ökumene", betonte Superintendent Wolfgang Rehner von der Evangelischen Diözese A.B. in der Steiermark. Seinen "brillanten Intellekt" und den Humor Harnoncourts hob Superintendentialkurator Michael Axmann hervor.

In der ökumenischen Annäherung zwischen katholischer und orthodoxer Kirche zählt Harnoncourt zu den theologischen Vordenkern. Seit 1986 war er Mitglied des Vorstands der Ökumenischen Stiftung "Pro Oriente", des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich und der Ökumenischen Kommission der Österreichischen Bischofskonferenz. 1997 wurde er im rumänischen Sibiu/Hermannstatt zum Ehrendoktor in orthodoxer Theologie ernannt.

Die Forschungsschwerpunkte des katholischen Theologen - Kalenderfragen und Hymnologie - waren ein wichtiger Beitrag der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Er hat rund 500 Schriften zu Fragen der Liturgie, Kirchenmusik, Kirchenbau, Kunst, und Ökumene publiziert. Harnoncourt war päpstlicher Ehrenprälat und Domkapitular an der Grazer Domkirche, er trug das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern des Landes Steiermark.

Anlässlich seines 80. Geburtstages stiftete Harnoncourt den Kunstpreis "1 + 1+ 1" zum Thema Dreifaltigkeit. 2011 hat er einen Förderverein und eine Aktion zur Rettung der Heiligen-Geist-Kapelle im steirischen Bruck an der Mur ins Leben gerufen und setzte sich für die Renovierung dieser spätgotischen Sakral-Architektur ein.

Quelle: Agenturen