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Tote in der Ukraine und in Russland nach Angriffen

20. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

Nach gegenseitigen Angriffen beklagen die Ukraine und Russland Tote. Ein 48-jähriger Mann, eine 43-jährige Frau und ihr 57 Jahre alter Nachbar wurden nach Angaben von Gouverneur Iwan Fedorow in der Nacht auf Mittwoch bei einem russischen Angriff auf Saporischschja im Südosten der Ukraine getötet. Außerdem seien infolge der Attacke 1.500 Kunden ohne Strom. Auch in Teilen der ukrainischen Hauptstadt Kiew fielen Strom, Heizung und Wasserversorgung aus.

Bewohner hätten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Notzelten Schutz gesucht, hieß es. Ganze Wohnblöcke seien ohne Strom. Mehr als die Hälfte von Kiew war nach dem russischen Angriff vom Dienstag noch immer ohne Strom. "Stand heute Morgen sind in Kiew noch immer rund 4000 Gebäude ohne Heizung und fast 60 Prozent der Hauptstadt ohne Strom", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X am Mittwoch. Ausgehend von Handydaten haben Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gut 600.000 Einwohner die Dreimillionenstadt vorübergehend verlassen.

Auch in anderen Teilen des Landes wie Odessa und Dnipropetrowsk und den Grenzgebieten Sumy und Tschernihiw kam es infolge russischer Angriffe zu Stromausfällen. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw und der angrenzenden Region waren nach Angaben von Gouverneur Oleh Synjehubow am Dienstag fast 90 Prozent der Haushalte ohne Strom. Über eine halbe Million Haushalte sei weiter ohne Elektroenergie. Eine russische Stellungnahme zu den Angriffen lag zunächst nicht vor. Moskaus Streitkräfte zielen verstärkt auf das Energiesystem der Ukraine.

Auch russische Behörden meldeten Opfer. In der Region Belgorod kam laut Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow ein Mitarbeiter des Sicherheitschefs im Kreis Graiworon bei einem Drohnenangriff ums Leben. Von zwei weiteren Toten infolge eines Drohnenangriffs schrieb der Gouverneur des Gebiets Brjansk, Alexander Bogomas, bei Telegram. Insgesamt seien elf Menschen verletzt worden.

Bei einem Hochhausbrand nach mutmaßlichen Explosionen in der russischen Teilrepublik Adygeja östlich des Schwarzen Meers wurden indes nach Behördenangaben mindestens acht Menschen verletzt. Republikchef Murat Kumpilow sprach von einem Drohnenangriff und einem Feuer, das in der Siedlung Nowaja Adygeja ausgebrochen sei. Sieben Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, 15 Autos ausgebrannt und 25 weitere beschädigt worden. Der unabhängige Militäranalyst Jan Matwejew schloss angesichts des Ausmaßes der Zerstörung einen Drohneneinschlag als Ursache aus. Im Netz wurde gemutmaßt, dass es sich um eine fehlgeleitete russische Flugabwehrrakete gehandelt haben könnte.

In der Ölraffinerie Afipsky in der südrussischen Oblast Krasnodar brach nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer aus. Der Brand sei mittlerweile wieder gelöscht worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Es sei niemand verletzt worden, es gebe keine Schäden. Die Raffinerie war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe auf die russische Energie-Infrastruktur. Die hauptsächlich auf den Export ausgerichtete Anlage Afipsky verarbeitete 2024 rund 7,2 Millionen Tonnen Rohöl.

Die Ukraine verteidigt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift sie auch Ziele in Russland an. Die Zahl der Opfer und Schäden steht in keinem Verhältnis zu den verheerenden Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.

Zusammenfassung
  • Bei russischen Angriffen auf Saporischschja und andere Regionen der Ukraine wurden mindestens drei Menschen getötet und zahlreiche Haushalte, darunter in Kiew und Charkiw, blieben ohne Strom, Heizung und Wasserversorgung.
  • Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf russischem Gebiet gab es Tote und Verletzte, unter anderem in Belgorod, Brjansk und Adygeja, wo mindestens acht Menschen bei einem Hochhausbrand verletzt wurden.
  • Im südrussischen Krasnodar wurde nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer in der Ölraffinerie Afipsky ausgelöst, die 2024 rund 7,2 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitete.