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Tory-Mitglieder beginnen Wahl von Johnson-Nachfolger

31. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die Mitglieder der Konservativen Partei beginnen am Montag die Wahl für einen Nachfolger des amtierenden Premiers Boris Johnson. Zur Abstimmung stehen Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak. Die beiden setzten sich in mehreren Wahlrunden in der konservativen Parlamentsfraktion durch.

Für die Stimmabgabe ist Zeit bis zum Nachmittag des 2. September. Die Entscheidung kann bis dahin beliebig oft geändert werden. Das Ergebnis soll am 5. September verkündet werden. Die Siegerin oder der Sieger zieht dann auch in den Regierungssitz in der Downing Street ein. Außenministerin Truss gilt als Favoritin. Der amtierende Premier Johnson hatte am 7. Juli nach beispiellosem Druck aus seinem Kabinett seinen Rückzug angekündigt. Vorausgegangen waren mehrere Skandale.

Kritik: kleiner Kreis der entscheidet

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder, die spätestens am 3. Juni in die Tory-Partei eingetreten sind. Für Kritik sorgt wie bei früheren Stichwahlen, dass nur ein kleiner Kreis über die Person an der Regierungsspitze eines Landes mit etwa 67 Millionen Einwohnern entscheidet. Die Partei macht keine Angaben zur Zahl ihrer Mitglieder. Als 2019 Johnson gewählt wurde, stimmten rund 160.000 Menschen ab, etwa 0,3 Prozent der gesamten Wählerschaft.

Prominente Überstützung für Truss

Truss hat inzwischen weitere prominente Unterstützung erhalten: Die Außenministerin werde "die veraltete wirtschaftliche Orthodoxie aufheben und unsere Wirtschaft auf konservative Weise führen", schrieb Finanzminister Nadhim Zahawi in einem Beitrag für die Zeitung "The Telegraph" (Montag-Ausgabe). "Liz versteht, dass der Status quo in Krisenzeiten keine Option ist." Zahawi hatte selbst für das Amt des Premierministers kandidiert, war aber schon im ersten Wahlgang der konservativen Parlamentsfraktion ausgeschieden.

Damit wächst die Unterstützung für Truss weiter. Zuvor hatte sich unter anderem bereits der populäre Verteidigungsminister Ben Wallace für seine Kabinettskollegin ausgesprochen. Die 47-Jährige liegt in Umfragen deutlich in Führung vor ihrem Kontrahenten Sunak.

Kürzung Einkommenssteuer

In einem Versuch, seinen Rückstand aufzuholen, kündigte Sunak an, die Einkommenssteuer bis zum Ende der 2020er-Jahre deutlich von derzeit 20 auf dann 16 Prozent zu kürzen. Die Steuerpolitik ist eines der wichtigsten Themen in dem Wahlkampf. Viele Konservative werfen Sunak vor, dass in seiner Amtszeit die Steuerlast auf den höchsten Stand seit 70 Jahren gestiegen sei. Der 42-Jährige verweist darauf, dass die Maßnahmen im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie nötig gewesen seien.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz