APA - Austria Presse Agentur

Bundespräsidenten-Wahl: Abwerzger will FPÖ-Entscheidung bis April

02. Jan 2022 · Lesedauer 3 min

Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger drückt bei der Bundespräsidentenwahl im Herbst aufs Gas. "Im ersten Quartal dieses Jahres" solle die Partei "reden und entscheiden", ob und mit welchem Kandidaten sie in die Wahl geht. Der Tiroler machte klar, für wen er eintritt: "Es kann nur einen geben: Norbert Hofer."

"Es braucht einen Kandidaten gegen den Einheitskandidaten Alexander Van der Bellen. Hofer wäre der perfekte Kandidat", so Abwerzger, der sich bereits bisher für eine erneute Hofburg-Kandidatur des Burgenländers ausgesprochen hatte.

Wann die Entscheidung verkündet werde, sei "Sache des Kandidaten und des Bundesparteiobmannes". Es handle sich jedenfalls um eine "wirklich wichtige Wahl" für die FPÖ, "mehr denn je", schließlich hätten sich die anderen Parteien schon mehr oder weniger auf die Unterstützung Van der Bellens festgelegt. Hofer wäre somit der einzige "Mitte-Rechts-Kandidat", ortete der Tiroler FPÖ-Obmann ein großes mögliches Wählerpotenzial.

Hofer will sich noch nicht festlegen

Hofer hat sich bisher noch nicht deklariert, ob er wieder antreten will - und hat es damit derzeit offenbar auch nicht eilig. Im APA-Interview meinte er zuletzt, er habe sich noch nicht entschieden und werde dies erst sehr spät tun.

Seine Chancen, Amtsinhaber Van der Bellen zu besiegen, seien - sollte dieser wieder antreten - "durchaus gegeben", meinte Abwerzger. Dies habe der jetzige Dritte Nationalratspräsident bei den Wahlgängen 2016 schließlich bewiesen.

Abwerzger mit Kickl-Kurs "zufrieden"

Mit der zuletzt vielfach ins Fadenkreuz geratenen Corona-Politik der FPÖ bzw. von Bundesparteiobmann Herbert Kickl zeigte sich Abwerzger unterdessen "zufrieden". Ihm gehe es dabei vor allem um Kritik an den nicht verhältnismäßigen Corona-Maßnahmen mit ihren Kollateralschäden - darauf müsse der Hauptfokus liegen. Dass die Impfung überwiegend schwere Krankheitsverläufe verhindert, stellte der ebenfalls geimpfte Tiroler FPÖ-Chef nicht in Abrede, er stelle sich vor allem gegen die Impfpflicht. Der im Zivilberuf als Rechtsanwalt tätige Abwerzger glaubte nicht, dass eine solche Impfpflicht verfassungsrechtlich standhält. Denn es sei derzeit nicht erwiesen, dass die Impfung auch gegen Covid-Varianten wie Omikron vollständig greife.

Dass die Impfgegner-Partei MFG ein politisches Leben über die Pandemie hinaus haben wird, glaubte Abwerzger ebenfalls nicht: "Dafür gibt es in dieser Gruppe einfach zu unterschiedliche gesellschaftliche Strömungen." Kurzfristig schade sie aber allen Parteien - dies werde auch bei den Tiroler Gemeinderatswahlen am 27. Februar der Fall sein. Dort wolle die Tiroler FPÖ mit ihren Kandidaten - und den parteifreien Listen, mit denen man auch da und dort kooperiere - ein insgesamt "solides Ergebnis" im Bereich der Wahlen 2016 einfahren.

Quelle: Agenturen