APA/EXPA/JOHANN GRODER

Tirol-Wahl: Abwerzger stellt sich Wiederwahl als FPÖ-Obmann

02. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Im Veranstaltungszentrum "SZentrum" in Schwaz hat Sonntagvormittag der Ordentliche Parteitag der Tiroler FPÖ begonnen - und damit der inoffizielle Startschuss zum Wahlkampf für die vorgezogene Landtagswahl am 25. September.

Landesparteichef Markus Abwerzger, der sich der Wiederwahl stellt, beschwor in seiner mehr als 30-minütigen Rede eine herbe ÖVP-Niederlage bei der Wahl. Nur dann könne das schwarze System überwunden werden, die FPÖ sei der einzige wahre Herausforderer.

"Tirol hat sich endlich eine Regierung ohne die Grünen und einen anderen Landeshauptmann verdient", so Abwerzger vor rund 300 Delegierten. Der FPÖ-Chef sprach vom 25. September als die "Mutter aller Schlachten". Die FPÖ verfüge über "wunderbare Umfragewerte", jetzt müsse man die "PS auf die Straße bringen". Die ÖVP habe in "allen Bereichen versagt" - vom Transit bis hin zum Wohnen. Der scheidende Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) habe Tiroler Interessen verraten und stattdessen mit seiner Regierung die schärfsten Corona-Maßnahmen in Österreich verhängt: "Am 25. September ist Zahltag. Der Tag der Abrechnung mit der Corona-Politik". Die Gesellschaft sei gespalten, Kämpfer für die Freiheit und Selbstbestimmung ins Eck gestellt worden. Kinder ihrer Zukunft beraubt worden.

"Wir können, aber wir müssen nicht regieren", erklärte Abwerzger. Man buhle jedenfalls nicht bei der ÖVP um eine Regierungsbeteiligung wie die anderen Oppositionsparteien: "Ich buhle nicht um die schiachste Braut Österreichs, die Tiroler ÖVP". Platter sei der "bekannteste Flüchtling Tirols", er habe sich aus der Verantwortung gestohlen sowie Partei und Land an die Wand gefahren. Sein designierter Nachfolger Anton Mattle sei nur ein "Polit-Zwilling" Platters. Der legendäre, frühere ÖVP-Landeshauptmann Eduard Wallnöfer würde sich ob des Zustandes der Tiroler ÖVP "im Grab umdrehen". Wallnöfer würde Mattle als "Zukunftshoffnung den Sozis überlassen". Platter sei der "pensionsreife Batman", Mattle der "graue Robin", spottete der FPÖ-Obmann.

Klassische FPÖ-Linie 

Die FPÖ präsentierte Abwerzger als Wahrer der Tiroler Interessen. Man trete für eine restriktive Migrationspolitik ein, kämpfe als einzige Partei gegen straffällige Ausländer bzw. benenne das Problem und propagiere eine härtere Transit-Linie. So konnte sich Abwerzger erneut eine Blockade der Inntal- und Brennerautobahn vorstellen, sollte der Transit weiter zunehmen.

Fahnenschwenkend - und nachdem eine Blasmusik-Abordnung die Tiroler Landeshymne "Zu Mantua in Banden" sowie die Bundeshymne zum besten gegeben hatte - waren Bundesparteiobmann Herbert Kickl, Abwerzger sowie weitere Granden der Tiroler FPÖ unter modernerer Klangteppich-Untermalung in den gut gefüllten Saal. Ebenfalls anwesend in Schwaz waren Partei-Obere wie Generalsekretär Michael Schnedlitz, die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek sowie der Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp.

Ausgangslage

Der 46-jährige Abwerzger hatte bei seiner letzten Obmann-Wahl vor drei Jahren 98,7 Prozent der Delegiertenstimmen erreicht. Mit einem ähnlich hohen Ergebnis wird wohl auch diesmal in Schwaz gerechnet. Zum Spitzenkandidaten für die Wahl muss Abwerzger nicht mehr gewählt werden, dies hatten vor einigen Wochen schon die höchsten Parteigremien "erledigt".

Die Tiroler FPÖ hatte bei der Landtagswahl 2018 15,53 Prozent (plus 6,19 Prozent) und fünf Mandate eingefahren. In Sachen Regierungsbeteiligung blieben sie aber bisher außen vor, der scheidende Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) galt nicht gerade als Freund einer Zusammenarbeit mit der FPÖ.

Quelle: Agenturen