Hofer: Doskozil verkalkuliert sich bei Angriff auf Rendi-Wagner

21. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Für Politikberater Thomas Hofer ist die von der SPÖ Burgenland lancierte Umfrage eine "fortgesetzte Strategie", um SPÖ-Chefin Rendi-Wagner zu schaden. Dass der burgenländische Landeshauptmann Doskozil damit an die Spitze der SPÖ kommt, würde damit aber nicht gerade wahrscheinlicher.

Es war ein Umfrage-Beben, das am Sonntagabend durch die Republik ging. Die SPÖ würde mit Hans Peter Doskozil als Spitzenkandidat bei einer Nationalratswahl mehr Stimmen bekommen als mit der derzeitigen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner. Selbst ÖVP und FPÖ würde Doskozil mit 32 Prozent deutlich überholen und damit auf Platz eins landen.

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"Unverhohlener Angriff"

Für Politikberater Thomas Hofer ist die von der SPÖ Burgenland lancierte Umfrage eine "fortgesetzte Strategie, um die Parteichefin zu desavouieren". Das sei zwar nicht neu, angesichts des Wiedererstarkens des Migrationsthemas aber ein "unverhohlener Angriff".

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Inhaltlich versucht Doskozil "den Punkt zu machen", immerhin sei die Migrationsproblematik ein "gewisses Argument an der SPÖ-Basis" und Doskozil könnte sowohl ÖVP als auch FPÖ deutlich schwächen. Hofer sieht jedoch auch Schwachpunkte in Doskozils Strategie. So würde der burgenländische Landeshauptmann die anderen SPÖ-Landesparteien und die Bundespartei vor den Kopf stoßen. Doch gerade die Landesparteien und Funktionäre brauche Doskozil, um es an die Spitze zu schaffen - das würde "mit dieser Strategie nicht gerade wahrscheinlicher", konstatiert Hofer.

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SPÖ "schlecht und uneinheitlich positioniert"

Mit den derzeitigen Themen könne die SPÖ jedenfalls keine Wahlen gewinnen. Auch wenn die aktuellen Krisen "klassisch sozialdemokratische Themen aufs Tapet bringen", gebe es bei den Sozialdemokraten "keine Themenführerschaft". Die SPÖ hätte "keine eigene Stärke" und sei beim Migrationsthema "schlecht und uneinheitlich positioniert". Das sei auch schon 2015 so gewesen, so Hofer.

Die Lage werde sich auch weiter zuspitzen, denn die FPÖ sei in den Umfragen stark und punkte beim Thema Asyl. Auch wenn das Migrationsthema jetzt deutlich wiederkomme, sei die Situation "nicht ganz so wie 2015". Es mische sich mit den anderen Krisen und werde auf diese "draufgepappt". Das Gefühl des Kontrollverlusts erhöhe die Gefahr zusätzlich, dass Wähler dann zu denen gehen, die einfache Antworten geben.

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Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp